Barron's Confidence-Index
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Die amerikanische Börsenzeitung "Barron's" veröffentlicht seit 1934 einen Indikator, der die Zuversicht an der Börse mißt: Der Barron's Confidence-Index verrät, welches Risikobewußtsein an den Märkten herrscht. Es geht dabei um die Untersuchung eines Börsensegments, das große Kapitalmengen bindet: den Anleihemarkt. These: Werden aus festverzinslichen Wertpapieren mit hoher Bonität Gelder freigesetzt, dürfte der Aktienmarkt davon profitieren, und zwar insbesondere die 30 Blue Chips des DOW JONES Index. Lesen Sie auch die Auftaktbewertung vom Dezember 2001, in der der Indikator in einer unsicheren Börsenphase als möglicher wertvolle Hinweisgeber für mittel- bis langfristige Trends beschrieben wurde. |
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Zur Berechnung des Barron's Confidence wird ein Vergleich der Renditen zwischen Anleihen guter und schlechter Qualität vorgenommen. Gemessen wird jeweils die Renditespanne zwischen beiden Anleihegattungen. * Werden überwiegend Anleihen guter Bonität gekauft, geht das Vertrauen in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zurück - -> der Indikator fällt. * Kommt es nach längerem Kursrückgang auch bei der Renditespanne zu einer Trendwende, dergestalt, daß sich die Marktteilnehmer aus Anleihen guter Bonität zurückziehen, verbessert sich das Vertrauen in die Wirtschaftskraft - - > der Indikator steigt. Zur Zeit notiert der Indikator auf einem historisch niedrigen Niveau, was anzeigt, daß das im Laufe der letzten Jahre erhebliches Kapital aus unsicheren Marktsegmenten in Richtung der Anleihen mit guter Bonität umgeschichtet wurde. Sollte dieses Kapital freigesetzt werden, z.B. für den Aktienmarkt, könnte das erhebliche Kurssteigerungen zur Folge haben. |
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Aktuelle Interpretation des Barron's Confidence-Index |
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03.01.2006 Barron's Confidence 81,8 Der Indikator fiel mit dem Dow Jones auf ein neues Zwischentief. Dadurch wird signalisiert, dass das smart money skeptisch über die weitere Entwicklung ist und deshalb Risiken meidet. Mit einer solchen Entwicklung dürfte es dem Dow Jones schwer fallen, die 11.000 Punkte-Hürde zu überwinden. Für einen solchen Anstieg wird die Unterstützung des Barron's Confidence Index benötigt, indem er idealerweise dem Aktienmarkt nach oben voraus läuft. Mal sehen, ob der Indikator in den nächsten Wochen den Wunsch erfüllt. 23.12.2005 Barron's Confidence 82,8 Die Bewertung vom 27.11.2005 gilt weiterhin. 27.11.2005 Barron's Confidence 83,3 Zwar gab es einen Anstieg des Indikators. Aber er veränderte die Situation kaum: Es steht immer noch der Rückgang der Vorwoche im Raum (Bericht vom 21.11., s.u.). Danach ist das smart money vorübergehend ausgestiegen, mögliche Gewinnmitnahmen, so dass der Kapitalabzug aus den Geldanlagen mit höherem Risiko den Markt bei seinem Anstieg bremst. Der Barron's Confidence Index signalisiert noch keine Top Bildung, weil der Aufwärtstrend des Indikators intakt ist. Aber es erscheint gut möglich, dass der Ausbruchversuch über die 11.000 Punkte-Hürde im ersten Anlauf mißlingt. 21.11.2005 Barron's Confidence 82,4 Der Indikator fiel überraschend kräftig von 84 auf 82,4. Das ist eine Reaktion auf den kräftigen Anstieg der vergangenen Wochen. Interpretation: Der antizyklische Einstieg der Marktteilnehmer zahlte sich aus, so dass Gewinne mitgenommen und Risiken neu verteilt wurden. Einen Grund zur Besorgnis gibt es jedoch nicht, denn trotz des Rückgangs des Barron's Confidence Index blieb der Aufwärtstrend des Indikators erhalten. Erst ein Rückgang unter 81,9 Punkte würde den Aufschwung aufgrund der niedrigeren Risikobereitschaft gefährden. Allerdings erscheint es gut möglich, dass der Dow Jones aufgrund des Rückgangs des Indikators eine Kletterpause einlegt. Die 11.000 Punkte-Hürde dürfte der Index nicht so schnell überschreiten. Für das Moving Markets Depot bedeutet das: Es bleibt aussichtsreich, auf steigende Notierungen zu setzen - selbst wenn es einen Rückschlag am Aktienmarkt geben würde. Der aktuelle Barron's Confidence Index ist ein Hinweis darauf, dass die Kurse zwar steigen können. Aber die Dynamik dürfte dabei nachlassen - kein Grund für hoch fliegende Börsianerträume. 27.10.2005 Barron's Confidence 84,3 Überraschend kräftiger Anstieg des Indikators. Das nimmt den Abwärtsdruck der Vorwochen heraus. Angesichts der Stabilisierung des Dow Jones oberhalb von 10.200 Punkten darf das als ein positives Signal gewertet werden. Zusammen mit den anderen verbesserten Indikatoren weist das auf die Chance einer Stabilisierung mit anschließendem Anstieg hin. 17.10.2005 Barron's Confidence 81,8 Neues Zwischentief für den Barron's Confidence Index, der tiefste Stand seit Mitte Juli. Dadurch erhöhte sich die Gefahr fallender Notierungen für den Dow Jones. 10.10.2005 Barron's Confidence 82,6 Der Indikator zeigt sich widerstandsfähig: Anstatt seine Abwärtsbewegung fortzusetzen, kletterte er. Offenbar räumt das "smart money" dem Markt die Chance ein, dass er sich zumindest vorübergehend stabilisieren kann. Aber der Anstieg war zu gering, um daraus eine Trendwende nach oben ableiten zu können. Eine technische Aufwärtsreaktion des Dow Jones erscheint möglich, mehr nicht. Grundsätzlich gilt die Bewertung vom 27.09.2005 weiterhin (s.u.), weil der Barron's Confidence Index seit August einen Abwärtstrend zeigt. Für das Moving Markets Depot bedeutet das: Es bleibt ratsam, die Märkte mit kritischem Blick zu verfolgen. Die DAX Marktteilnehmer könnten zu euphorisch in die Zukunft schauen und dabei die mögliche kritische Entwicklung in den USA falsch einschätzen. 27.09.2005 Barron's Confidence 82,2 Es gibt einen neuen Trend: Der Barron's Confidence fällt. Dadurch wird signalisiert, dass die Risikobereitschaft des "smart money" abgenommen hat - der mögliche Auftakt zu einer Abwärtsbewegung des Dow Jones. Offenbar trauen die vorausschauenden Investoren dem Markt keinen weiteren Anstieg mehr zu und ziehen sich zurück. Das paßt zur aktuellen Depotstrategie: Die Short Position soll von einer Top Bildung des Marktes profitieren. Fällt der Dow Jones unter 10.300 Punkte, werden zahlreiche Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt (siehe auch Bulls/Bears-Ratio). 07.09.2005 Barron's Confidence 82,6 Es scheint sich ein neuer Aufwärtstrend anzubahnen: Denn als der Barron's Confidence Index bis Mitte August zulegte, folgte ihm der Dow Jones nach oben. Die höhere Risikobereitschaft der Marktteilnehmer führte zu steigenden Notierungen. Außerdem hielt die Unterstützung bei 10.300/10.400 Punkten. Das ist eine positive Entwicklung. Sollte es dem Dow Jones gelingen, auf ein neues Zwischenhoch oberhalb von 10.700 Punkten zu klettern - zur Zeit notiert er bei 10.623 Punkten -, werden die neuen Optimisten mit ihrer Einschätzung bestätigt. 29.07.2005 Barron's Confidence 83,5 Gestern schloß der Dow Jones mit 10.705 Punkten auf einem neuen Zwischenhoch. Dadurch wurde das "smart money" auf dem falschen Fuß erwischt (Bericht vom 25.05.2005, s.u.). Denn dessen Ausstieg im April/Mai, als der Barron's Confidence Index von 85 auf 81 Punkte fiel, ging mit einer Stabilisierung des Aktienmarktes einher. Dem Barron's Confidence Index zu folgen und Risiken zu meiden, war deshalb die falsche Strategie. Nun ist es spannend, wie der Indikator auf den Kursanstieg des Aktienmarktes reagiert. Denn zieht das smart money aus der Short-Schieflage die Konsequenzen und schichtet in Richtung höherer Risiken um, könnte das einen zusätzlichen Aufwärts-Schub bewirken. Deshalb: Ein Anstieg des Indikators bei gleichzeitig steigendem Dow Jones würde den neuen Aufwärtstrend des Marktes bestätigen. Aber es gibt auch ein Szenario für eine neue Bullenfalle (schließlich liefert die NYSE A/D-Linie massive Warnsignale): Bleibt der Barron's Confidence Index auf niedrigem Niveau oder fällt er sogar, gehört hinter den Kursanstieg des Aktienmarktes ein Fragezeichen. Denn dann würde das smart money den steigenden Notierungen nicht folgen, sondern die höheren Kurse - wie im Frühjahr - für den Ausstieg nutzen. 13.06.2005 Barron's Confidence 82,5 Der Barron's Confidence Index kletterte zwar etwas. Aber er blieb trotzdem auf einem niedrigen Niveau, das anhaltende Sicherheitsinvestments der Marktteilnehmer signalisiert. Selbst wenn er auf 85/86 Punkte klettern würde, wäre der Abwärtstrend des Indikators (und damit die Umschichtungen in Richtung Sicherheit) intakt. Die Bewertung vom 25.05.2005 gilt weiterhin. 25.05.2005 Barron's Confidence 81,1 Der Dow Jones erreichte am 23.05. das Zwischenhoch von 10.560 Punkten. Mit Erreichen des 10.400/10.600 Punkte-Widerstands wird es spannend. Denn sollte der Dow Jones die Hürde überwinden, wird das smart money auf dem falschen Fuß erwischt. Es hält immer noch große Positionen in den Sicherheitsinvestments, weil die Risiken zu hoch sind. Bleibt der Dow Jones unter der Marke, werden die im Barron's Confidence Index gemessenen Marktteilnehmer in ihren Erwartungen bestätigt. Als Käufer dürften sie deshalb zur Zeit nicht auftreten, sondern statt dessen abwarten. Mögliche Folge: Die technische Aufwärtsreaktion verhungert. 09.05.2005 Barron's Confidence 80,9 Die Talfahrt des Indikators geht trotz der Stabilisierung des Dow Jones weiter - ein weiterer Grund, der für einen intakten Abwärtstrend spricht. Danach dürfte die jüngste Aufwärtsbewegung lediglich eine technische Reaktion auf die vorherigen Verluste darstellen. 04.05.2005 Barron's Confidence 81,9 Der Barron's Confidence Index fiel auf ein neues Tief, während der Dow Jones seitwärts tendierte. So könnte die nächste Abwärtsbewegung starten und die Marktzusammenhänge der vergangenen Wochen fortsetzen. Denn seit Jahresbeginn folgte auf den Rückgang des Indikstors stets eine Talfahrt des Dow Jones. Das "smart money" stieg aus, worauf anschließend Kursverluste einsetzten. Aus dem Barron's Confidence Index lassen sich keine Hinweise für eine Stabilisierung des Marktes ableiten. Der Indikator signalisiert unverändert, daß die Risikobereitschaft gering ist und die gut informierten Marktteilnehmer auf fallende Kurse setzen. Allerdings ist der Indikator rund eine Woche alt. Er enthält noch nicht jüngsten den Anstieg des Dow Jones. Deshalb ist es gut möglich, daß er mit der Berechnung in der nächsten Woche zu klettern beginnt, zumal Staatsanleihen etwas fielen und z.B. General Motors Anleihen klettern. Das könnte den Barron's Confidence Index etwas steigen lassen. Einen neuen Aufwärtstrend würde ich daraus jedoch nicht ableiten, denn: Der Indikator fiel für eine solch harmlose Aktienmarktreaktion zu kräftig. Nur weil der Dow Jones 10 Prozent verlieren könnte, ist der Barron's Indikator nicht so stark gefallen. Vielmehr darf unterstellt werden, daß das "smart money" höhere Verluste erwartet - vergleichbar mit den Entwicklungen von 2001 und 2002. Weil der Barron's Confidence Index unter sein Niveau vom Sommer 2003 fiel, darf unterstellt werden, daß der Dow Jones ebenfalls unter das damalige Niveau fällt. Dann könnte der amerikanische Blue Chip Index in Richtung 8500/9000 Punkte marschieren. Die NYSE A/D-Linie signalisiert ebenfalls eine solche Talfahrt. Aber die übrigen Indikatoren lassen zur Zeit noch keinen konkreten Druck auf die Kurse erkennen, so daß es bei der Spekulation auf fallende Notierungen ratsam ist (z.B. für den Ausbau der Position), neue Verkaufsignale der anderen Indikatoren abzuwarten. 15.04.2005 Barron's Confidence 84,9 Der Dow Jones unterschritt die 10.400 Punkte Unterstützung. Dadurch erhöhte sich die Gefahr, daß der Rückgang des Barron's Confidence Index ein langfristiges Verkaufsignal darstellt. 06.04.2005 Barron's Confidence 85,4 Der Rückgang des Barron's Confidence Index wird dynamischer. Mit aktuell 85,4 Punkten erreichte der Indikator das tiefste Niveau seit 20 Monaten. Oder anders ausgedrückt: Die gute Laune des "smart money" löste sich in Luft auf. Erstmalig seit Sommer 2003 befürchtet es eine Bullenfalle. Das sind berechtigte Sorgen, denn: Die seit Dezember 2003 konstant gute Laune zahlte sich nicht aus. Die Investoren waren zwar bereit, höhere Risiken einzugehen, aber der Dow Jones pendelte in der gesamten Zeit nur seitwärts - eine schlechte Belohnung für riskante Aktienengaments. Mit Staatsanleihen wäre mehr Geld verdient worden. Auffällig: Den Rückgang auf 10.400 Punkte nutzte das smart money nicht, um zu investieren. Wären die ermäßigten Aktienkurse für neue Engagements attraktiv genug, hätte es einen Anstieg des Barron's Confidence Index gegeben. Statt dessen tauchte der Indikator ab. (Bericht vom 10.03.2005, Ziffer 2., Gefahr einer großen Top Bildung, s.u.). Es entsteht dadurch der Eindruck, daß die Marktteilnehmer verkauften, um bei einer großen Top Bildung nicht mehr engagiert zu sein. Das smart money stieg aus, um sich zu verabschieden, bevor die Masse in Panik gerät. Ein klassisches Verhalten von Insidern: Sie trennen sich von ihren Papieren, bevor die Mehrheit feststellt, daß es abwärts geht - eine Parallele zum G5 Depot. Weil sich der Barron's Confidence Index nicht erholte, erhöhte sich die Gefahr, daß der Dow Jones die Unterstützung von 10.400 Punkten unterschreitet. Die niedrige Investitionsquote der Marktteilnehmer (stärker als der Dow Jones fallender Umsatzindikator, Indikatoranalyse vom 04.04.2005) ist normalerweise ein Frühindikator für steigende Notierungen. Deshalb war auch die Bewertung vom 23.03.2005 positiv, s.u. Aber bei dem abstürzenden Barron's Confidence Index, der keine antizyklischen Käufe des smart money signalisiert, kann das nicht mehr aufrecht gehalten werden. Für das Gesamtszenario bedeutet das: Sämtliche Moving Markets Indikatoren zusammengenommen entwickeln sich zur Zeit nicht "rund". Sie weisen nicht einheitlich auf eine Stabilisierung hin. Insbesondere die DAX Indikatoren liefern Warnsignale. Deshalb sollte einkalkuliert werden, daß die Talfahrt des Barron's Confidence Index kein "Luftholen" vor dem nächsten Anstieg signalisiert. Möglicherweise steigen gut informierte Kreise in großem Stil aus. 23.03.2005 Barron's Confidence 87 Der Indikator fiel mit Schwung auf den tiefsten Stand seit Herbst 2003. Dabei fällt auf, daß sich der Dow Jones seit November 2004 vom Abwärtstrend des Barron's Confidence Index abkoppelte. Ob der Dow Jones die Talfahrt des Indikators noch nachholt? Mit dem Rutsch auf 10.470 Punkte nähert sich der Dow Jones dem Kursniveau, bei dem eine Entscheidung ansteht (Bericht vom 10.03.2005, s.u.): 1. Fällt er weiter, müßte von einer "großen" Top Bildung ausgegangen werden. 2. Kann er sich stabilisieren, wäre der Rückgang des Marktes und des Barron's Confidence Index nur ein Luftholen im langfristig intakten Aufwärtstrend. Und dafür könnte sich der Aktienmarkt entscheiden: Unter Berücksichtigung der US Indikatoren führte der Rückschlag zu einer Marktbereinigung. Die technische Verfassung des Marktes verbesserte sich, weil Nebenwerte unter Druck gerieten und hoher Verkaufsdruck die "kleinen Spekulanten" aus dem Markt heraus warf. Damit verbesserten sich die Chancen für eine Bodenbildung oberhalb oder im Bereich von 10.400 Punkten. Allerdings sollte in der kurzfristigen Anlagestrategie eingeplant werden, daß der Dow Jones vorübergehend unter die Marke abtaucht, um im Rahmen einer Bärenfalle den Schlußpunkt hinter die Konsoliderung zu setzen. Der Rückschlag lädt dazu ein, Qualitätsaktien mit hoher Rendite einzusammeln. 14.03.2005 Barron's Confidence 88,3 Die Bewertung vom 10.03.2005 gilt weiterhin. 10.03.2005 Barron's Confidence 88,5 Das smart money zieht weiterhin Kapital aus spekulativen Geldanlagen ab, erkennbar anhand des fallenden Barron's Confidence Index. Die Marktteilnehmer trauten der Aufwärtsbewegung seit November 2004 nicht mehr und handelten entsprechend. An den Märkten ging der Kapitalabzug bislang spurlos vorbei. Das ist keine Überraschung, denn der Indikator bewegte sich kaum merklich in winzigen Schritten abwärts. So ähnlich dürfte auch der Kapitalabzug ablaufen: Die Marktteilnehmer verabschiedeten sich still und heimlich. Top Bildung oder technische Reaktion? Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Das smart money will auf ermäßigtem Niveau neu einsteigen. Dafür sollte der Dow Jones auf mindestens 10.400 Punkte fallen, denn erst zu den Kursen waren die Geldgeber bereit, Ende Januar/Anfang Februar zu kaufen. 2. Das smart money erwartet eine "große" Top Bildung und steigt auch bei 10.400 Punkten noch nicht ein. Nach dem Warnsignal des Barron's Confidence Index erscheint es zur Zeit ratsam, den steigenden Notierungen des Dow Jones mit kritischem Blick zu folgen. Liefern die täglich berechneten Moving Markets Indikatoren auf ermäßigtem Niveau neue Kaufsignale, könnten das Vorboten für die Rückkehr des smart money sein. Variante 1., nur ein vorübergehender Test der 10.400 Punkte-Unterstützung, würde dann voraussichtlich zutreffen. Wichtig dabei: Der Barron's Confidence ist für das kurzfristige Einstiegstiming ungeeignet, weil er nur zeitverzögert Informationen liefert (Beispiel: November 2004, als der Dow Jones schon kletterte und der Indikator anschließend folgte). Deshalb sind die kurzfristigen Indikatoren so wichtig. Sie vervollständigen das Bild des Barron's Confidence Index und liefern an den Wendepunkten die schnelleren Hinweise. In den nächsten Tagen/Wochen geht es darum zu entschlüsseln, warum das smart money ausgestiegen ist. Sollte der Dow Jones auf 10.400 Punkte oder noch tiefer fallen, werden die Märkte darauf die Antwort geben. Interessantes Detail: Die Indikatoranalyse vom 06.03.2005 beschreibt Parallelen zwischen der Entwicklung des Barron's Confidence Index, dem Moving Markets Confidence Index und dem G5 Depot. 01.03.2005 Barron's Confidence 88,8 Die Erwartung, daß es nach einer Stabilisierung im Bereich 10.400 Punkten zu einer höheren Risikobereitschaft kommt, wurde nicht bestätigt. Der Barron's Confidence Index blieb statt dessen gedrückt. Dadurch wächst die Gefahr, daß das "smart money" aussteigt. So könnte der Rückgang des Indikators seit November als Warnsignal gewertet werden. Kommen Warnsignale anderer Indikatoren hinzu, wird es angebracht, die Aktienmärkte mit Skepsis zu betrachten und Sicherheiten, hohe Renditen, Investments mit Substanz höher zu gewichten. 08.02.2005 Barron's Confidence 89,1 Der Indikator hat nach der technischen Reaktion wieder Luft nach oben. Knüpft er dabei an die seit 2003 bestehende Marktmechanik an (z.B. wie im November 2004), dürfte die höhere Risikobereitschaft auch zu einem steigenden Dow Jones führen. 24.01.2005 Barron's Confidence 88,7 Der Indikator fiel zwar, aber die Abwärtsbewegung dürfte nur eine "technische Reaktion" darstellen. Das "smart money" zieht noch keine Konsequenzen aus dem Rückschlag, weil es mit seinen Positionen immer noch in der Gewinnzone notiert. Seit 10.000/10.400 Punkten ist es investiert, so daß jetzt gerade erst der Anfang einer breit angelegten Unterstützungszone erreicht wurde. Der Rückschlag knapp unter 10.400 Punkte vergangenen Freitag paßt deshalb weiterhin zur Indikatorentwicklung. Allerdings sollte der Dow Jones nicht wesentlich tiefer fallen. Unter 10.000 Punkten besteht die Gefahr, daß sich das "smart money" irrte und in einer Bullenfalle landete. 20.12.2004 Barron's Confidence 89,8 Weil der Dow Jones in der vergangenen Woche über 10.700 Punkte kletterte, wurden die Optimisten aus dem Barron's Confidence Index mit ihrer Einschätzung bestätigt. Sollte der amerikanische Aktienmarkt mit einer technischen Abwärtsreaktion den Rückwärtsgang einlegen, droht vom "smart money" kein Abgabedruck. Weil dadurch die Basis für die Stabilisierung des Marktes bestehen bleibt, signalisiert der Barron's Confidence Index im Zusammenspiel mit dem Dow Jones einen intakten Aufwärtstrend. Künftig muß allerdings beobachtet werden, ob die größere Portion Sorglosigkeit schon groß genug ist, den Aufschwung kippen zu lassen. Zur Zeit liegen dafür keine Hinweise vor. 30.11.2004 Barron's Confidence 89,8 Weil das "smart money" auf steigende Kurse setzte, will es in naher Zukunft auch Ergebnisse sehen. Da die meisten Käufe im Bereich 10.000/10.400 Punkte stattfanden, dürfte der Anstieg auf 10.500 Punkte kaum ausreichen. Eher dürften die Marktteilnehmer einen Gewinn von zehn Prozent und mehr vorgesehen haben. Deshalb brauchen sie unbedingt ein neues Zwischenhoch des Dow Jones, um ihre Investments zu rechtfertigen. Verharren die Notierungen lange Zeit auf dem aktuellen Niveau (10.450/10.500) oder fallen sie sogar, wächst der Druck, die Aktienpositionen wieder aufzulösen. Der Markt befindet sich wie in der Bewertung vom 16.11.2004 beschrieben in Zugzwang - und es wird spannend, was geschieht, wenn KEIN neues Hoch mehr erreicht wird. Für das auf steigende Kurse ausgerichtete Moving Markets Depot bedeutet das: Positionen halten. Es wäre beruhigend, wenn der Dow Jones auf ein neues Hoch klettern würde. Die Gefahr eines Irrtums des "smart money" würde dann deutlich gemildert. Neuer Handlungsbedarf (Gewinnmitnahmen oder Ausbau bestehender Positionen) läßt sich aus dem Indikator nicht ableiten. 25.11.2004 Barron's Confidence 89,7 Die Bewertung vom 16.11.2004 gilt weiterhin. 16.11.2004 Barron's Confidence 91,0 Jetzt hat das "smart money" klar Stellung bezogen: Es trennte sich in erheblichem von Anleihen mit hoher Bonität setzte einen Teil der freiwerdenden Mittel bei Anleihen mit niedrigerer Bonität und auf dem Aktienmarkt ein. Aufgrund der höheren Risikobereitschaft kletterte der Barron's Confidence Index auf ein neues Zwischenhoch. An den Aktivitäten muß der Dow Jones jetzt gemessen werden. Ein Rückgang des Index unter 9800 Punkte würde die mutigen Umschichtungen als Bullenfalle und Irrtum der Insider entlarven. Setzt sich der Anstieg des Dow Jones fort, könnte ein Test der 11.000/11.500 Punkte Marke erwogen werden. Nur: Woher sollte das Geld kommen? Die hohe Investitionsquote der Marktteilnehmer, dargestellt anhand des Dow Jones Umsatzindikators, mahnt zur Vorsicht. Es erscheint deshalb ratsam, die Entwicklung der US Geldmenge im Auge zu behalten. Nur ein Anstieg der Geldmenge kann den Aufwärtstrend stützen - selbst wenn sie inflationäre Tendenzen hervorruft. 12.11.2004 Barron's Confidence 90,2 Das "smart money" baute seine Investitionen aus, was zeitgleich mit hohen Umsätzen im Aktienbereich einher ging. Damit wurden die Optimisten mit ihrer Haltung, investiert zu bleiben, mit ihrer optimistischen Einschätzung, bestätigt. Was jedoch unbekannt ist: Haben die Insider dadurch ihr Pulver verschossen oder können sie noch mehr Mittel mobilisieren und nachlegen? Wer die Antwort darauf kennt, weiß, ob die Aktienmärkte weiter steigen können. Klar scheint jedoch zu sein, daß das "smart money" noch nicht bereit ist, Kapital abzuziehen. Wäre der Indikator gefallen, ließe sich als Grund für den Anstieg leicht eine "Milchmädchenhausse" diagnostizieren. Aber weil es Mittelzuflüsse gab, fällt es schwer, einfach so einen Irrtum der Insider zu unterstellen. Sie lagen zwar seit Jahresbeginn falsch, weil es abwärts ging. Aber sie behielten ihre Positionen und ihr Durchhaltevermögen wurde jetzt, nach dem neuen Zwischenhoch, belohnt. Für das Moving Markets Depot stellt sich die Frage, ob Aktien verkauft werden sollen: Jetzt renditestarke Investments aus dem Blue Chip Bereich aufzugeben, würde bedeuten, daß eine Chance vergeben wird. Denn ist ist gut möglich, daß hinter den Investitionen und der langen Haltephase des smart money die Vorbereitungen auf einen (zahlreiche Marktbeobachter überraschenden) Aufschwung stecken könnten. Deshalb: Aus dem Barron's Confidence Index läßt sich zur Zeit kein Handlungsbedarf für das Musterdepot ableiten. 28.10.2004 Barron's Confidence 88,9 Der Indikator fiel etwas zurück, weil sich nun doch einige Marktteilnehmer verunsichern ließen - möglicherweise ein neuer Trend. Vielleicht ist es auch nur eine Art "technische Reaktion", wie ein Luftholen vor der nächsten Investition. Die 9800 Punkte Marke hielt vorerst. Innerhalb weniger Tage gelang dem Dow Jones der Anstieg über die 10.000 Punkte Hürde. Kann er sich jetzt stabilisieren, könnte anschließend auch der Barron's Confidence Index wieder steigen. Neue Mittelzuflüsse im spekulativen Bereich könnten den Aufwärtstrend am Aktienmarkt stützen. 20.10.2004 Barron's Confidence 89,5 Nun wird es spannend: Der Dow Jones fiel, ohne daß das smart money zuvor darauf reagierte, d.h. die im Barron's Confidence Index beobachteten Marktteilnehmer sind immer noch voll investiert. Sie werden auf dem falschen Fuß erwischt, wenn der Dow Jones auf ein neues Zwischentief fällt. Deshalb liegt die Schmerzgrenze ohne Handlungsbedarf für diese Anleger bei 9.800 Punkten. Fällt der Blue Chip Index darunter, könnte das Verkäufe auslösen. Aber solange das nicht geschieht (aufgrund des Kaufsignals des Dow Jones Umsatzindikators ist kein Kursrutsch zu erwarten), bleiben die Aussichten günstig - zumal sich die riskanteren Technologieaktien in den vergangenen Tagen als Outperformer zeigten. Die Marktteilnehmer sind danach unverändert bereit, höhere Risiken einzugehen, was zu einem insgesamt steigenden Aktienmarkt führen kann. 11.10.2004 Barron's Confidence 89,7 Vom Zwischentief des Dow Jones im August ließen sich die im Barron's Confidence Index gemessenen Marktteilnehmer nicht irritieren und blieben investiert. Anschließend kletterte der Aktienmarkt, was zeigt, daß das Smart Money richtig lag. Weil der Indikator immer noch auf dem hohen Niveau notiert, zeigt er einen intakten Aufwärtstrend. Es bleibt - vorerst, solange es kein Fehlsignal gibt - aussichtsreich, den Barron's Confidence Index als prozyklischen Indikator anzusehen, der dem Aktienmarkt nach oben davon läuft. 16.08.2004 Barron's Confidence 89,4 Das "smart money" war immer noch nicht bereit, die spekulativeren Positionen aufzugeben, obwohl die US-Notenbank steigende Zinsen ankündigte und der hohe Ölpreis den Aktienmärkten große Schwierigkeiten breitete. Der Rücksetzer des Barron's Confidence Index war deshalb zu gering, um als neues Warnsignal angesehen zu werden. Weil die anderen US Indikatoren bereits Kaufsignale generierten (herausragend: Dow Jones Umsatzindikator, der stärker als der Dow Jones zurückfiel (hoher Verkaufsdruck), außerdem: US Computeraktien, zeitweise auch Russell 2000), ist es gut möglich, daß das smart money an den spekulativeren Investments festhält, um sich auf eine Stabilisierung an den Märkten vorzubereiten. Auf jeden Fall ist es spannend zu beobachten, daß sich die im Barron's Confidence Index sichtbar gemachten Anleger trotz ihrer Fehlentscheidungen von April und Juni nicht verunsichern ließen. Denn bei gleichzeitigen Kaufsignalen des Dow Jones Umsatzindikators darf vermutet werden, daß sie mehr als andere Marktteilnehmer wissen: Sie wollen von Junk Bond-Investments profitieren und könnten deshalb auch gleichzeitig davon ausgehen, daß Aktienanlagen ihre Attraktivität künftig beibehalten. 26.07.2004 Barron's Confidence 90,1 Weil der Indikator mit einer Woche Verzögerung veröffentlicht wird und offen ist, wie die Marktteilnehmer auf die fallenden Notierungen reagierten, erscheint der Barron's Confidence Index zur Zeit wenig aussagekräftig. ABER: Daß der Barron's Confidence Index stabil blieb, darf jedoch (spekulativ) als mögliches neues Kaufsignal betrachtet werden - vergleichbar mit der Entwicklung vom Mai 2004. Zeigen andere Indikatoren aufwärts, könnte eine solche These aufgestellt werden. Die Tendenz der anderen Indikatoren geht schon in die Richtung, ist aber noch nicht vollständig abgeschlossen. 20.07.2004 Barron's Confidence 90,2 Weil der Indikator mit einer Woche Verzögerung veröffentlicht wird und offen ist, wie die Marktteilnehmer auf die fallenden Notierungen reagierten, erscheint der Barron's Confidence Index zur Zeit wenig aussagekräftig. 15.06.2004 Barron's Confidence 90,4 Der Markt kletterte in den vergangenen Wochen, so daß die optimistische Bewertung vom 17.05.2004 berechtigt war (s.u.). Das Szenario gilt weiterhin, wobei jedoch eine Einschränkung hinzugefügt wird: Die Erwartungen an steigende Notierungen sollten allenfalls so lange aufrecht erhalten werden, wie auch andere Indikatoren aufwärts zeigen. In einer kritischen Situation erscheint es besonders wichtig, auf das Zusammenspiel sämtlicher Indikatoren zu achten. Gibt es unterhalb des Widerstands von 10.500/10.600 Punkte neue Warnsignale, sollte der Indikator wieder kritischer gesehen werden, z.B. wie in der Bewertung vom 05.04.2004 (s.u.): "Die Stabilität des Indikators sagt (noch) nichts über die anhaltend erfreuliche Risikobereitschaft der Marktteilnehmer aus. Statt dessen ist es gut möglich, daß das hohe Niveau im Vorfeld fallender Notierungen ein Warnsignal darstellt (vergleichbar mit 2001 und 2002)." 03.06.2004 Barron's Confidence 90,4 Der Indikator blieb auf hohem Niveau, so daß das am 17.05. beschriebene Szenario, das von einem Anstieg der Aktienmärkte ausgeht, zutreffen könnte. 17.05.2004 Barron's Confidence 90,1 Anfang April war einzukalkulieren, daß das "smart money" die Weichen für eine Talfahrt stellte (Flucht in Richtung Anleihen, Bewertung vom 05.04.2004). Am 09.05.2004 (s.u.) präzisierte ich: " Mit Unterschreiten von 10.000/10.100 wäre jedoch klar: Der hohe Barron's Confidence Index war eine Bullenfalle." Heute schloß der Dow Jones bei 9.906 Punkten. War das jetzt der Auftakt für die seit langem erwartete Top-Bildung? Leider läßt sich das aus den anderen Indikatoren nicht mehr ableiten: Der Markt fiel mit hohem Umsatz. Außerdem rutschte die NYSE A/D-Linie in den Keller - zwar noch nicht auf ein langfristiges Kaufsignal-Niveau, aber immerhin deutlich genug, um das kurzfristige Abwärtspotential abzubauen. Dadurch kann die These von einer langfristigen Top Bildung nicht mehr uneingeschränkt aufrecht gehalten werden. Denn daß der Dow Jones knapp unter der psychologisch wichtigen Unterstützung von 10.000 Punkten doch noch einmal das Ruder herum reißen kann, wird vom Barron's Confidence Index gestützt: Das "intelligente Kapital" ließ sich in den vergangenen Wochen nicht zu Panikverkäufen hinreißen. Anstatt mit der Masse der Anleger zu schwimmen und sich von risikobehafteten Papieren zu trennen, bauten sie ihre Positionen stetig aus. Die uneingeschränkte Risikobereitschaft könnte dafür sorgen, daß der Dow Jones die Unterstützung testet, um danach erneut in Richtung 11.000 Punkte zu marschieren. Angesichts schlechter Nachrichten und der Gefahr steigender Zinsen ist es überraschend, daß die Insider an ihren "Junk Bonds" festhalten. Das darf nach Verlusten mit hohen Umsätzen und fallender A/D-Linie positiv bewertet werden. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Die Talfahrt in der vergangenen Woche auf/unter 10.000 Punkte ist noch nicht in dem Indikator enthalten. Erst in der nächsten Woche sehen wir, ob spekulative Investments auch mit Erreichen des neuen Zwischentiefs von 9860 Punkten in gleichem Umfang gefragt waren. Bleibt der Indikator über 89,3/89,5 oder steigt er sogar, könnte das als Hinweis für Käufe auf dem Aktienmarkt bewertet werden. Insider würden dann auf dem ermäßigten Niveau einsammeln. Sollte die Marke von 10.000 Punkten halten, könnte sogar der Ausbau von Long Investments erwogen werden. 09.05.2004 Barron's Confidence 90,0 Der Rückgang des Barron's Confidence Index läßt keine neue Bewertung zu, weil der Dow Jones kein neues Tief erreichte. Mit Unterschreiten von 10.000/10.100 wäre jedoch klar: Der hohe Barron's Confidence Index war eine Bullenfalle (Bewertung vom 05.04.2004, s.u.). Bis dahin gilt für neue Engagements: Vorsichtig agieren und auch einen erfolgreichen Test der Unterstützung mit anschließendem Anstieg einkalkulieren. Defensive Investments haben Vorrang. 27.04.2004 Barron's Confidence 90,8 Der Barron's Confidence Index kletterte weiter. Dadurch wird signalisiert, dass die Marktteilnehmer ihre Positionen ausbauten. Waren ihre Transaktionen von Anfang April Sicherheitsinvestments bzw. Flucht in Richtung hochverzinslicher Anleihen, dürfte der Dow Jones das erreichte Zwischenhoch von 10.600 Punkten nicht mehr überschreiten. Dann würde das am 05.04.2004 beschriebene Szenario aufgehen. Überwindet der Dow Jones den Bereich 10.600/10.750 Punkte, wäre der Anstieg des Barron's Confidence Index doch ein Frühindikator gewesen. In dem Fall müsste das Szenario einer bevorstehend großen Top Bildung kritisch hinterfragt werden. Um dann noch an der Short Position fest halten zu können, sollten andere Indikatoren massive Verkaufsignale liefern. 05.04.2004 Barron's Confidence 89,6 In der aktuellen Bewertung des Bulls/Bears-Ratios stelle ich die These auf, daß sich die Insider-Marktteilnehmer von den großen Blue Chips verabschiedeten und freiwerdende Mittel bei Aktien-Nebenwerten und Rohstoffen unterbrachten. Sie kennen erhöhte Risiken von Dow Jones & Co, so daß alternative Investments (Rohstoffe, Nebenwerte) in den Vordergrund rückten. Für die Standardwerte steht danach zu wenig Kapital zur Verfügung, um den Markt weiter steigen zu lassen. Aber der Barron's Confidence Index signalisiert weiterhin eine hohe Risikobereitschaft der Marktteilnehmer. Wie läßt sich das Szenario zur Entwicklung des Barron's Confidence Index einordnen? These: Anleihen, selbst Titel mit niedriger Bonität, sind Bestandteil der alternativen Investments. Weil hier höhere Renditen winken, sind die Marktteilnehmer bereit, höhere Risiken einzugehen. Aufgrund jährlicher Zinszahlung stellt sich eine Anleihe selbst mit niedriger Bonität attraktiver dar als ein Unternehmen, dessen Gewinndynamik nachläßt oder das sogar Verluste produziert. Aktionäre gehen bei einer Pleite regelmäßig leer aus. Gläubiger können vielleicht noch etwas aus der Konkursmasse erhalten. Das würde erklären, warum der Barron's Confidence Index an früheren oberen Wendepunkten des Marktes stabil blieb und keine Frühindikator-Funktion besaß. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: Die Stabilität des Indikators sagt (noch) nichts über die anhaltend erfreuliche Risikobereitschaft der Marktteilnehmer aus. Statt dessen ist es gut möglich, daß das hohe Niveau im Vorfeld fallender Notierungen ein Warnsignal darstellt (vergleichbar mit 2001 und 2002). 22.03.2004 Barron's Confidence 89,3 Entgegen der Erwartung vom 15.03.2004, daß der Barron's Confidence Index mit dem Dow Jones in die Knie geht, kletterte der Indikator. Dadurch wird signalisiert, daß 1. sich das "smart money" nicht von dem Rückschlag beeindrucken ließ und 2. sich nicht auf dem falschen Fuß erwischt sah. Im Gegenteil: Offenbar nutzten die Marktteilnehmer den Rückschlag, um mit vorsichtigen Käufen aktiv zu werden - möglicherweise der Auftakt einer interessanten neuen Entwicklung. Sollte der Indikator seinen Abwärtstrend nach oben verlassen, z.B. mit einem Anstieg über 89,7/89,9, könnte erwogen werden, daß der Aktienmarkt mit einer Gegenbewegung nach oben startet. 15.03.2004 Barron's Confidence 89,0 Aufgrund des jüngsten Rückgangs wurde das im Dezember 2003 investierte "smart money" auf dem falschen Fuß erwischt. Ein Teil der Marktteilnehmer sitzt nun auf Verlusten und muß eingestehen, daß die Investments oberhalb von 10.300/10.400 Punkten falsch waren (Bewertung vom 03.02.2004, s.u.). Wichtig dabei: Sie haben ihren Irrtum schnell eingesehen und zögerten nicht mit dem Ausstieg - erkennbar anhand der hohen Umsätze. Das verhinderte eine gefährliche Situation. Denn wären sie noch investiert, wäre mit jedem Rückgang des Marktes der Leidensdruck größer und würde neue Verkäufe auslösen. Mit den hohen Umsätzen fand eine Marktbereinigung statt. Das Risikopotential, das aus dem Anstieg des Barron's Confidence Index Ende 2003 entstand, wurde neutralisiert. Das "smart money" verfügt jetzt wieder über freie Barmittel, die für neue Aktienkäufe eingesetzt werden könnten. Weil der Indikator mit Verzögerung auf aktuelle Ereignisse reagiert, rechne ich mit der nächsten Berechnung mit einem deutlichen Rückgang, z.B. in den Bereich 86/87. Das führt jedoch nicht zu einer neuen Situation, weil es nur eine Reaktion auf die vorherigen Verluste darstellt. 13.02.2004 Barron's Confidence 89,7 Es gibt eine neue Entwicklung: Erstmals seit gut 12 Monaten fiel der Indikator vier Wochen hintereinander. In der Zeit trennten sie sich von spekulativen Investments und schichteten freiwerdende Mittel in Richtung Sicherheit um. Etwas Ähnliches konnte auch beim DAX beobachtet werden: Der Moving Markets Confidence Index fiel seit Mitte Januar kontinuierlich zurück, das CMI S/R Ratio legte in der Zeit den Rückwärtsgang ein (= Kapitalzufluß bei renditestarken Titeln). Die Interpretation für die DAX-Indikatoren war in den vergangenen Tagen: Nach den Verkäufen und Umschichtungen steht genug Kapital an der Seitenlinie, daß neue Zuflüsse zu erwarten sind. Außerdem richteten die Marktteilnehmer ihre Depots defensiv mit renditestarken Substanz-Investments aus. ABER: Sollten neue Mittelzuflüsse die Kurse weiter steigen lassen, werden diese Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt. Sie müßten ihre Positionen um 180 Grad drehen, short-Investments aufgeben, spekulative Titel bevorzugen, das an der Seitenlinie bereitstehende Kapital investieren, was die Rallye beschleunigen dürfte. Eine ähnliche Interpretation ist auch beim Barron's Confidence Index zulässig: Der Rückgang des Indikators steht für Gewinnmitnahmen, die Konsolidierung und das Liquiditätsammeln der Marktteilnehmer vor dem nächsten Anstieg. Im intakten Aufwärtstrend dürfte das zu weiteren Kurssteigerungen führen. Allerdings erscheint es ratsam, weiterhin auf die Warnsignale anderer Indikatoren zu achten: Kommt es zu einer Überhitzung des Marktes (die NYSE A/D-Linie geht bereits in die Richtung, die Umsatzindikatoren könnten bald folgen, Erstarken der Computeraktien wären Warnsignale), sollten Long-Positionen abgebaut werden. Bis dahin gilt: Long-Gewinne laufen lassen, denn die Spekulationsblase kann länger anhalten als zur Zeit aus rationalen Gründen absehbar ist (Beispiel Spekulationsblase 1999/2000). 03.02.2004 Barron's Confidence 90,4 Seit 10.000 Punkten war das Smart Money bereit, risikoreicher zu investieren, was 1. den Barron's Confidence klettern ließ und 2. den Dow Jones auf neue Zwischenhochs hob. Die Aufwärtstrend-Marktmechanik ist dadurch intakt, wurde mit dem jüngsten Hoch sogar noch bestätigt. Spannend wird es, ob sich der Dow Jones oberhalb von 10.300/10.400 Punkten behaupten kann. Hier gab es seit Ende Dezember/Anfang Januar mit dem Hoch des Indikators bedeutende Mittelzuflüsse im spekulativen Bereich. Fällt der Dow Jones unter die Marke, würde ein Teil des "intelligenten Geldes" auf dem falschen Fuß erwischt und in eine Bullenfalle laufen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür? Nach der Statistik seit März 2003 ist die Wahrscheinlichkeit 0:9 (auf neun Spitzen des Indikators folgte kein Rückgang). Seit Anfang 2000 liest sich die Statistik anders: in 7 von 8 Fällen ging es nach einem neuen Hoch des Barron's Confidence Index abwärts. Interpretation: Kurzfristig kann es nach dem Indikator aufwärts gehen. Mittel- und langfristig wächst das Risiko. Trendwendesignale anderer Indikatoren sollten ernst genommen werden. 04.01.2004 Barron's Confidence 90,8 Der Indikator erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2000. Die Pessimisten lesen daraus: Er ist so weit gestiegen, das dadurch die Ausgangsbasis für eine Abwärtsbewegung geschaffen wurde. Das "smart money" hat sein Pulver verschossen und kann den Markt nicht mehr stützen. Die Optimisten interpretieren: Starke Hände haben die Börse nach oben gezogen und liefern die Unterstützung für weitere Kurssteigerungen. Das "smart money" kaufte, weil es - besser informiert - auf die Fortsetzung der Aufwärtsbewegung setzt. Für welche Seite wird sich die Börse entscheiden? Zur Beurteilung ist die Indikatormechanik der vergangenen Monate nützlich: Seit März 2003 folgte auf jedes neue Zwischenhoch des Barron's Confidence Index ein neues Hoch des Dow Jones. Das könnte auch diesmal wieder zutreffen. Es gibt deshalb noch keinen Hinweis auf eine kurzfristig bevorstehende Top-Bildung. Allerdings sollten Anleger nicht die berechtigten Hinweise der Skeptiker aus den Augen verlieren: Von Frühjahr 2000 bis Frühjahr 2003 markierte jeder Anstieg des Barron's Confidence Index einen oberen Umkehrpunkt des Aktienmarktes. Es erscheint ratsam, Spekulationen auf steigende Kurse mit kritischem Blick zu verfolgen. 15.11.2003 Barron's Confidence 89,4 Neues Zwischenhoch! Dadurch ist der amerikanische Aktienmarkt ein Stück von der Top-Bildung abgerückt - mit einer Einschränkung: Seit 2000 gingen Hochpunkte des Indikators gleichzeitig mit einem oberen Wendepunkt des Aktienmarktes einher. Die im Barron's Confidence Index gemessenen Marktteilnehmer wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Seit Dow Jones 9000 zur Jahresmitte gilt das zwar nicht mehr. Dennoch erscheint angesichts der Warnsignale anderer Indikatoren, z.B. der starke Anstieg der NYSE A/D-Linie, Skepsis angebracht. 10.11.2003 Barron's Confidence 88,0 Bahnt sich doch ein Trendwechsel an? Die Indikatorkurve verläuft flacher und kann, wenn sie in den nächsten Wochen unter 87,7/87,8 fällt, nach unten drehen. Das wäre der mögliche Auftakt für die überfällige Top-Bildung. Das smart money würde dann zunehmend in den sicheren Hafen der Anleihen mit bester Bonität flüchten. 03.11.2003 Barron's Confidence 88,5 Das erste kleine Schwächesignal des Indikators von vergangener Woche löste sich wieder in Luft auf. Der Indikator bewegte sich wieder aufwärts, so dass sich immer noch keine neuen Hinweise über die weitere Entwicklung des Marktes aus dem Barron's Confidence Index ableiten lassen. Die Einschätzung vom 13.10.2003 (s.u.) gilt weiterhin. 28.10.2003 Barron's Confidence 88,1 Beginnt das "smart money", Kapital in Richtung der Anleihen mit höherer Bonität umzuschichten? Der Indikator fiel (im Vergleich zu den Vorwochen) ungewöhnlich stark von 89,1 auf 88,1 zurück. Der Aufwärtstrend ist zwar noch intakt. Aber möglicherweise bahnt sich jetzt ein Trendwechsel an, der aufgrund der Umschichtungen in Richtung sicherer Häfen zu einer Top-Bildung bei Aktien führen kann. 13.10.2003 Barron's Confidence 88,8 Das im Barron's Confidence Index dokumentierte "intelligente Geld" wagte in den vergangenen Wochen den Ausbau spekulativer Positionen und wurde dadurch belohnt. Der Dow Jones kletterte mit 9768 Punkten auf dem höchsten Stand seit Juni 2002, während der Nasdaq 100 mit seinem neuen Hoch von 1418 Punkten sogar das hohe Niveau von April 2002 erreichte. Obwohl andere Indikatoren abwärts zeigen (z.B. starker Anstieg der A/D-Linie), scheint die Marktmechanik aus Kapitalzufluss und daraufhin steigenden Notierungen weiterhin intakt zu sein. Mit dem neuen Zwischenhoch der Blue Chip Indizes wurden die Optimisten mit ihrer Einschätzung bestätigt, was frisches Kapital an die Börse spielen kann - zumindest solange, wie die Notenbanken bereit sind, den Geldhahn aufzudrehen. Eine Verknappung an den Finanzmärkten könnte zu hohen Kursverlusten führen, weil ein großer Teil der Kurssteigerungen seit Frühjahr 2002 (und seit 13 Jahren) mit einem massiven Ausbau von Wertpapierkrediten einherging. Der Umfang von Wertpapierkrediten erreichte vor vier Wochen das Niveau vom Sommer 2001 und liegt aus dem langfristigen Blickwinkel fast 6mal so hoch wie zu Anfang der 90er Jahre ("Aktienkauf auf Pump", WELT vom 28.01.2000). Spätestens, wenn der Barron's Confidence Index zu fallen beginnt, dürften bei den spekulativen Investments Gewinnmitnahmen einsetzen. 03.10.2003 Barron's Confidence 87,7 Der Anstieg des Barron's Confidence Index bot dem Aktienmarkt eine vergleichsweise stabile Unterstützung. Der Dow Jones blieb auf hohem Niveau, was anzeigt, daß die verbesserte Stimmung bei Anleihen auch auf den Aktienmarkt wirkte. Eine Bullenfalle ließ sich bislang nicht ableiten. Zwischenzeitlich bestand zwar die Gefahr, als der Dow Jones in Richtung 9200 Punkte marschierte. Aber er wurde aufgefangen und könnte dadurch - schon den nächsten Tagen - mit vergleichsweise geringem Aufwand die Gefahr einer Top-Bildung abwenden. Bereits ein Anstieg um gut 100 Punkte würde ein neues Hoch markieren (bisher 9.686) und die Optimisten jubeln lassen. Nur: Gelingt dem Dow Jones kein neuer Ausbruch nach oben, könnte sich das "smart money" enttäuscht abwenden. Wer in einer solchen Situation den Medienberichten folgt und auf einen Aufschwung an den Märkten setzt, wagt den Tanz auf einem Vulkan. 25.08.2003 Barron's Confidence 86,7 Das neue Hoch des Dow Jones (und auch bei vielen Nebenwerten) dürfte das " smart money " mit seiner Einschätzung bestätigen. Das könnte zusätzliches Kapital für spekulative Investments freisetzen. Steigt der Barron's Confidence Index in der nächsten Woche weiter, könnte sich die Rallye bei den Aktien fortsetzen - zumindest aus dem Blickwinkel dieses Indikators, der im Widerspruch zu anderen Indikatoren (Zusammenspiel aus Neben- und Standardwerten, Umsatzentwicklung) steht. Riesige Bullenfalle oder Aufwärtstrend? 03.08.2003 Barron's Confidence 86,6 Seitdem der Dow Jones die Hürde von 9000 Punkten überwand, ist auch das "intelligente Geld" spekulativer eingestellt. Deshalb wird es in den nächsten Tagen spannend: Fällt der Dow Jones unter die Kursmarke, werden diese Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt, was weitere Verluste auslösen dürfte. Gelingt es dem Dow Jones jedoch, ein neues Hoch zu markieren, wird der Mut zu mehr Risikobereitschaft belohnt. Neue Kurssteigerungen wären die Folge. Auffällig ist es jedoch, dass nach den Umschichtungen Mitte Juni der Markt kaum noch vom Fleck kam. Das strapaziert die Geduld der neu hinzu gekommenen Optimisten (Bewertung des Bulls/Bears Ratios vom 03.08. 2002). 28.07. 2003 Barron's Confidence 87,5 Ein neues Zwischenhoch des Indikators: die Marktteilnehmer wurden in der vergangenen Woche risikobereiter, weil sie die Anleihen mit höchster Bonität in großem Umfang verkauften und Rentenpapiere mit mittlerer Bonität weniger stark litten. Der Anstieg des Barron's Confidence Index stellt daher ein Kaufsignal für Aktien dar. Danach kann der Dow Jones sein bisheriges Hoch überwinden und die Hürde von 9400 Punkten knacken. Schafft er das nicht, müsste von einem Irrtum der Optimisten ausgegangen werden, was die Gefahr einer Top Bildung birgt. 21.07. 2003 Barron's Confidence 86,6 Als der Dow Jones die Hürde von 9000 Punkten überwand, machte der Barron's Confidence Index einen großen Sprung nach oben. Viel Kapital floss in Richtung der spekulativeren Anleihen, was anzeigt, dass die Risikobereitschaft der Anleger kräftig zunahm. Die 9000 Punkte-Marke ist deshalb ein Prüfstand für die weitere Entwicklung: hält sie, trifft die am 23.06.2003 beschriebene erste Variante zu. Die Rallye könnte sich mit Überwinden des bisherigen Hoch von 9353 beschleunigen. Fällt der Dow Jones darunter, werden die Optimisten auf dem falschen Fuß erwischt, was den Aufwärtstrend beenden könnte. Zur Zeit notiert der Dow Jones genau in der Mitte zwischen neuem Kauf- und Verkaufsignal. Weil die Differenz zwischen den Signalen jedoch nur 150 Punkte ausmacht, ist bald mit einer Entscheidung zu rechnen. 07.07.2003 Barron's Confidence 85,1. Die Bewertung vom 23.06. gilt weiterhin. 23.06.2003 Barron's Confidence 86,0 Das im Barron's Confidence Index gemessene "intelligente Geld" hat in der vergangenen Woche einen großen Teil der Sicherheitsinvestments aufgegeben, bzw. ist massiv im spekulativen Bereich engagiert. In den vergangenen 5 Jahren gab es keinen vergleichbaren Anstieg des Indikators. Nach dem hohen Niveau des Bulls/Bears-Ratios von 3,7 machte damit auch der Barron's Confidence Index einen großen Sprung. In der Geschichte kann man diesen Vorgang als einmalig betrachten: Sogar 1945/1946 gab es keinen solchen Anstieg. Die Indikatorbewegungen zeigen (auch bei den Umsatzindikatoren, die starke positive Divergenzen aufzeigen und bei der NYSE A/D-Linie), wie einmalig die aktuelle Börsensituation ist. Bei solch extremen Positionen der Marktteilnehmer kann mit weiteren beispiellosen Kursbewegungen gerechnet werden. Wie kann der aktuelle Barron's Indikator ins aktuelle Gesamtbild einsortiert werden? Das smart money hat sein Pulver verschossen und wartet jetzt auf andere Marktteilnehmer, die zu noch höheren Kursen kaufen. Zwei Varianten sind möglich: 1. Wenn weiteres Kapital in den Markt fließt, kann es anhaltende Kurssteigerungen geben. Dann wäre der Anstieg des Indikators als Beschleunigung für die Rallye interpretierbar. Diese Variante ist möglich, weil die Notenbanken den Märkten zur Zeit viel Kapital zur Verfügung stellen, um eine Deflation zu verhindern. 2. Fließt kein frisches Kapital nach, verhungert der Anstieg. Dann wäre das smart money in eine Bullenfalle gelaufen, aus der es sich nur mit umfangreichen Verkäufen befreien könnte. Diese Variante ist möglich, weil die Investitionsquote der Marktteilnehmer bereits hoch ist und der Spielraum der Notenbanken sinkt. Mißlingen die Maßnahmen der internationalen Finanz-Entscheidungsträger, sieht es miserabel aus: Aufgrund der massiven Eingriffe der Notenbanken in (ehemals?) freie Märkte drohen ineinander verschachtelte Probleme an den Devisen-, Finanz- und Aktienmärkten, die wie ein gordischer Knoten kaum zu lösen sind. Angesichts solcher Risiken ist es überraschend, wie mutig zur Zeit immer noch an den Märkten investiert wird. 13.05.2003 Barron's Confidence 69,5 Der seit März bestehende Aufwärtstrend des Indikators wurde geknackt. Möglicherweise ist das der Auftakt für ein Umdenken des "smart money". Die Flucht in Richtung sicherer Staatsanleihen könnte weitergehen. Setzt sich die Abwärtsbewegung des Indikators in den nächsten Wochen fort, dürfte der DOW JONES bald nach unten folgen. 31.03.2003 Barron's Confidence 68,0 Der Anstieg des Indikators stellt lediglich eine Reaktion auf die vorherige Rallye dar. Die Bewertung der Vorwoche gilt weiterhin. 23.03.2003 Barron's Confidence 66,8 Das Zusammenspiel zwischen DOW JONES und Barron's Confidence Index entspricht nicht dem Muster einer Bodenbildung (Bewertung vom 10.11.2002, s.u.). Wenn das "intelligente Geld" auf dem falschen Fuß erwischt wird, mag das eine kurzfristige Bärenmarktrallye auslösen. Aber eine nachhaltige Wende nach oben müßte anders funktionieren: Der gute "Riecher" der besser informierten Marktteilnehmer müßte den Barron's Confidence Index steigen lassen, obwohl der DOW JONES fällt. So wie das smart money 1999/2000 belächelt wurde, als es ausstieg, sollte es vor einer Wende nach oben ebenfalls belächelt werden. Niemand will dann Aktien haben, aber der Barron's Confidence steigt trotzdem. So stelle ich mir die Bodenbildung vor. Aber das ist zur Zeit nicht erkennbar, so daß der Aktienmarkt nach der jüngsten Rallye wieder den Rückwärtsgang einlegen dürfte. 23.02.2003 Barron's Confidence 68,4 Das "smart money" zog sich in den vergangenen Wochen aus den spekulativen Werten zurück, was auch am Aktienmarkt für fallende Kurse sorgte. Es besteht nun die Gefahr, daß sich die Marktteilnehmer an die Bullenfalle vom Frühjahr 2002 erinnern. Damals folgte auf den Irrtum der Anleger (= Zwischenhoch des Barron's Confidence Index) eine 3.000 Punkte-Talfahrt. Erreicht der DOW JONES ein neues Zwischentief, wäre das Vertrauen der Anleger zum fünften Mal in Folge getäuscht worden. Wer so etwas mitgemacht hat, dürfte sich 1. von der Börse abwenden (= Verkaufspanik mit hohen Umsätzen) und 2. vorläufig nicht mehr zurückkehren (= Seitwärtsbewegung mit niedrigen Umsätzen) Das könnte 1. eine neue Verkaufswelle auslösen und 2. eine nützliche Voraussetzung für eine Stabilisierung sein. 05.01.2003 Barron's Confidence 75,2 Eine hervorragend gute Stimmung (Umsatzindikatoren, Bulls/Bears-Ratio) bei gleichzeitig steigendem Barron's Confidence Index liefern zusammengenommen kein Kaufsignal. Auch im Frühjahr 2002 (März - April - Mai) gab es eine ähnliche Konstellation, auf die die Märkte mit fallenden Kursen reagierten. Für eine nachhaltige Trendwende nach oben benötigen wir schlechte Stimmung und einen langsam steigenden Barron's Confidence Index. Das ist jedoch nicht erkennbar, so daß die Bewertung vom 10.11.2002 weiterhin gilt. Die Gefahr, daß es sich bei der jüngsten Aufwärtsbewegung nur um eine technische Reaktion im Abwärtstrend handelt, bleibt erhalten. 10.11.2002 Barron's Confidence 71,3 Die jüngste Gegenbewegung nach oben bewerte ich als Reaktion auf den Anstieg des Marktes, vergleichbar mit der Bärenmarkt-Rallye im Herbst 2001/Frühjahr 2002. In der vergangenen Woche sind die Anleiherenditen wieder gefallen, weil neue Unsicherheit auf dem Aktienmarkt aufkam. Deshalb dürfte der Barron's Confidence Index bald wieder den Rückwärtsgang einlegen. Wie könnte ein langfristiges Kaufsignal des Indikators aussehen? Meine Erwartung: Ein schwacher Aktienmarkt und ein behaupteter bis fester Barron's Confidence Index. Interpretation: Während die Stimmung bei der Mehrheit der Marktteilnehmer noch schlecht ist, schaltet das "smart money" um in Richtung höherer Risikobereitschaft. 25.10.2002 Barron's Confidence 68,1 Der Indikator für die Aktivitäten des "smart money" blieb auf niedrigem Niveau. Dazu eine weitere These: In den vergangenen Monaten floß eine Menge Kapital in Richtung der Anleihen bester Bonität. Offenbar gibt es jedoch noch keine Umkehrbewegung: Trotz kräftiger Kurssteigerungen bei Aktien waren diese Marktteilnehmer nicht bereit, ihre sicheren Positionen aufzugeben. Sie bevorzugten weiterhin die sichere Verzinsung, so daß dieses Kapital für die Rallye nicht zur Verfügung stand. Aus den Umsatzindikatoren wissen wir, daß eine überdurchschnittlich große Menge Geld in Aktien geflossen ist. Woher kommt das viele Geld, wenn die Sicherheitsinvestments nicht aufgegeben wurden? Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Variante: Es standen aus den vorherigen, monatelangen Verkäufen viele Mittel an der Seitenlinie bereit, die aus nicht überschaubaren Gründen von der Statistik des Barron's Confidence Index nicht erfaßt werden. 2. Variante: Es wurden Mittel bereitgestellt, die zur Zeit in keiner Statistik auftauchen, weil sie z.B. im Rahmen einer verdeckten, konzertierten Aktion der Notenbanken zur Verfügung gestellt wurden. Irgendwann wird das Geld jedoch auftauchen, z.B. in einer expansiven Geldmengenstatistik. Notenbank-Präsident Welteke wies bereits in der vergangenen Woche darauf hin, daß die Geldmenge stark wachsen würde. Ist das ein offener Hinweis darauf, daß die Notenbanken zur Zeit alle Register ziehen, um die Märkte zu stützen? 20.10.2002 Barron's Confidence 67,9 Obwohl es eine kräftige Rallye an den Märkten gab (Veränderung in den vergangenen 10 Tagen DOW JONES + 10,55 %, S + P 500 + 10,5 %, NASDAQ100 + 17,3 %) bewegte sich der Barron's Confidence Index kaum. Das bestätigt die These vom 13.10.2002, daß überwiegend kurzfristig und rein spekulativ zur Verfügung stehendes Kapital die Kurse aufwärts trieb. Die Besitzer von Anleihen mit bester Bonität, Investoren, die nur äußerst vorsichtig agieren, halten sich zurück. Eine grundlegende Trendwende nach oben kann noch nicht aus dem Indikator abgeleitet werden. 13.10.2002 Barron's Confidence 66,4 Es gab zwar in der vergangenen Woche eine Bärenmarktrallye, während der Anleihemarkt etwas unter Druck geriet. Aber im jüngsten Barron's Confidence Index sind diese Schwankungen noch nicht enthalten. Das zeigt die Schwäche des Indikators: Kurzfristige Ausschläge werden zu spät erfaßt. Deshalb ist die mittel- bis langfristige Perspektive wichtig: Wird der Kursanstieg von Spekulanten mit zittrigen Händen oder von langfristig planenden Investoren, die sich ach an den Anleihemärkten engagieren, getragen? Zur Zeit dürften es immer noch die Spekulanten sein, die eine Bärenmarktrallye verursachen. Wenn sie agieren, ist sind die Umsätze hoch (= bislang wurde jede Bärenmarktrallye davon gekennzeichnet). Langfristig operierende Anleger mit festen Händen dürften sich anders identifizieren lassen: Sie kaufen dann, wenn kaum jemand die Papiere haben will. Sie trennen sich schließlich von Anleihen mit hoher Bonität, was in Krisenzeiten nur langsam und mit großer Verzögerung geschehen dürfte. Ein Kursanstieg wäre von niedrigen Umsätzen begleitet. These: Ein Turnaround wird dadurch sichtbar, wenn 1. niedrige Umsätze die Aktien steigen lassen und 2. der Barron's Confidence Index zu steigen beginnt. Weil beide Faktoren zusammen während der gesamten Baisse noch nicht zutrafen, könnte das ein mögliches Kennzeichen einer Bodenbildung sein. In den nächsten Wochen/Monaten/Jahren wird es darum gehen, ein solches Zusammenspiel rechtzeitig zu erkennen. 30.09.2002 Barron's Confidence 70,4 Der Indikator fiel so stark zurück, daß er einen unteren Umkehrpunkt des Marktes markieren könnte. Mit dem neuen Tief wird signalisiert, daß das "smart money" in erheblichem Umfang in Richtung Staatsanleihen geflossen ist und nur geringe Risiken eingehen will. ABER: Dieser Vorgang der "Sicherheitskäufe" ist schon Vergangenheit. Das Geld wurde dem Aktienmarkt bereits entzogen, so daß es in dem Bereich nicht mehr für Verkaufsdruck sorgen kann. Der größte Teil des bei Anleihen mit bester Bonität geparkten Kapitals dürfte dem Aktienmarkt nicht so schnell wieder zur Verfügung stehen. Jedoch dürfte der Umfang der Sicherheitsinvestments angesichts des historisch niedrigen Niveaus des Indikators so groß sein, daß ein nicht unbedeutender Teil an den Aktienmarkt zurückschwappen kann. Daraus könnte eine Bärenmarktrallye entstehen, wenn die Nachrichten und die anderen Stimmungsindikatoren dazu passen, z.B. Umsatzindikatoren signalisieren einen ausreichend konsolidierten Aktienmarkt und/oder es gibt bedeutende, überraschend positive Nachrichten aus Wirtschaft und Gesellschaft. 18.08.2002 Barron's Confidence 75,8 Das neue Zwischentief des Indikators bewerte ich als Warnsignal, den steigenden Kurse nicht voreilig zu folgen. Es zeigt, daß immer noch Kapital in Richtung der sicheren Staatsanleihen umgeschichtet wird. Die Situation bliebt kritisch. 22.07.2002 Barron's Confidence 80,1 Je länger der Indikator auf niedrigem Niveau notiert und der DOW JONES schwach bleibt, desto gründlicher verläuft die Korrektur. Allmählich hellt sich das Bild zumindest für eine vorübergehende Stabilisierung auf. Achten Sie in den nächsten Tagen auf die US-Rentenmärkte: Ein Zinsanstieg könnte bedeuten, daß sich das im Barron's Confidence Index analysierte "smart money" höheren Risiken zuwendet. Das wäre positiv für den Aktienmarkt. 06.07.2002 Barron's Confidence 80,0 Der Indikator unterschritt das Tief vom September 2001 und notiert damit auf dem niedrigsten Niveau seit über 16 Jahren | Langfrist-Chart Barron's Confidence Index . Damit wird signalisiert, wie schwer die Ereignisse der vergangenen Monate wiegen: Das Vertrauensverhältnis zwischen Investoren und Unternehmen wurde zerrüttet. Grundsätzlich ist das positiv. Denn mit dieser Basis kann es eigentlich nur noch besser werden. Für antizyklisch operierende Anleger ist eine derartig schlechte Stimmung ein wichtiger Baustein für langfristige Investments. ABER: Als Urasche für die schlechte Stimmung gilt nicht allein die Baisse bei den Technologieaktien. Es sind vielmehr die gescheiterten Aktivitäten der politischen Entscheidungsträger und der Notenbanken, die an dem Vertrauen sägten. In jeder Finanzkrise seit 1997 zogen sie alle Register, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Anleger gerieten dadurch in ein Abhängigkeitsverhältnis: Sie mußten glauben, daß es möglich ist, die Wirtschaft scheinbar endlos wachsen zu lassen. Jedenfalls taten die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger alles, um der Öffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, daß wirtschaftliches Handeln steuerbar ist - ein Irrtum, wie sich heute herausstellt. Anstatt gesunde Unternehmen zu fördern, stützte der gute Wille auch schwache, kriminelle und korrupte Unternehmer. Eine frühzeitige Konsolidierung mit einer ausgeprägten Baisse wäre vermutlich besser gewesen (Berichte vom 16.10.1998 und 16.02.2000). DAS dürften etliche Marktteilnehmer als das eigentliche Problem angesehen haben, als sie in den vergangenen Wochen spekulative Investments verkauften und Staatsanleihen bevorzugten. Die Märkte stehen vor Herausforderungen, die sich jahrelang aufgebaut haben. Ob zwei Jahre Baisse ausreichen, die erforderlichen Korrekturen herbeizuführen? Ich vermute das eher nicht. Denn ein gutes Beispiel für das immer noch intakte, aber letztendlich fehlgeschlagene System ist der angesehene ifo-Geschäftsklimaindex. Er suggeriert zwar angeblich bevorstehend bessere Zeiten. Aber die Anleger ließen sich von dem Indikator im Frühjahr 2002 genauso aufs Glatteis führen, wie es bei den Aktivitäten der Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft Ende der 90er Jahre geschah. Mit dieser Perspektive fällt es schwer zu glauben, daß die Stimmung wirklich schon auf dem Tiefpunkt angekommen ist. Das niedrige Niveau des Barron's Confidence Index liefert deshalb noch kein antizyklisches Kaufsignal. 23.06.2002 Barron' Confidence 84,6 Wegen der Talfahrt von 10.600 auf 9.250 Punkte steht fest, daß sich das "smart money" im März irrte, als es in großem Stil risikoreiche Investments suchte (Kommentar vom 29.04.2002, s.u.). Üblicherweise hält ein Anleger nach einer solchen Fehlentscheidung nicht mehr an seinen Investments fest. Die Folgen erlebten wir in der vergangenen Woche, als die Märkte mit zunehmendem Umsatz in die Knie gingen. Der Verkaufsdruck kann solange anhalten, bis die Mehrheit der irrenden Optimisten ausgestiegen ist. Das kann eine Weile dauern, denn die Zuversicht des "smart moneys" blieb über 6 Wochen hinweg auf hohem Niveau. Als Maßstab dient der DOW JONES Umsatzindikator: Baut er seine positive Divergenz ab, dürfte der Markt bereinigt sein. Untertreibungen bleiben jedoch ebenso möglich, wie es zuvor auch Übertreibungen waren, die die Börse klettern ließen. 09.06.2002 Barron' Confidence 85,6 Angesichts der Verluste bei Aktien und Gewinne am Rentenmarkt hätte der Indikator eigentlich stärker fallen müssen. Daß das nicht geschah, liegt wohl an seinen Berechnungs- und Veröffentlichungsbedingungen, die möglicherweise für eine Woche Verzögerung sorgen. Deshalb rechne ich in der kommenden Woche mit einem deutlichen Rückgang unter 85 Punkte. Das smart money dürfte nach dem Irrtum im März zurückhaltend bleiben. Dennoch hat der Indikator gute Chancen, bei 80/84 seinen langfristigen Boden finden, um die langfristige Talfahrt an den Aktienmärkten abzufedern. 20.05.2002 Barron's Confidence 85,4 Nach der Einschätzung vom 29.04. blieben die meisten Anleger noch engagiert, als der DOW JONES unter die 10.000 Punkte-Unterstützung abrutschte. Das sorgte schließlich in den vergangenen Tagen für eine Stabilisierung des Aktienmarktes. Als der Verkaufsdruck nachließ, überwog die Kaufbereitschaft der zahlreichen Optimisten, so daß der DOW JONES auf 10.353 Punkte kletterte. Mit dem Anstieg hat der DOW JONES wieder neues Abwärtspotential, denn: Mitte April setzte auf diesem Niveau die Flucht der Anleger in Richtung Anleihen bester Bonität ein, was sich gleichzeitig auch negativ auf den Aktienmarkt auswirkte. Scheitert der DOW JONES erneut am Widerstand von 10.350/10.400 Punkten, steht fest, daß das "smart money" auf der Verkäuferseite steht, während die Börsenbriefe (Investor's Intelligence) immer noch Optimismus verbreiten. 29.04.2002 Barron's Confidence 87,1 Anleger, die Ende Februar/Anfang März DOW JONES-Aktien kauften, haben seit vergangener Woche ein Problem. Sie gingen davon aus, daß mit der Erholung der Wirtschaft auch steigende Aktienkurse bevorstehen würden und waren dafür bereit, den sicheren Hafen von Staatsanleihen aufzugeben. Statt dessen trat genau das Gegenteil ein: Kursgewinne bei Renten und Verluste bei Aktien. Unter dem Eindruck des möglichen Irrtums (die Irrtums-Schwelle entstand mit dem Ausgangspunkt der Aufwärtsbewegung bei 10.100 / 10.200 Punkten) hat das "smart money" einen gewichtigen Einfluß auf die Börse. Wie könnte es sich verhalten? Den Irrtum einzugestehen und daraus Konsequenzen zu ziehen, fällt ihnen schwer, zumal die "Irrtums-Schwelle" des DOW JONES nur um 200/300 Punkte unterschritten wurde. Mögliche Folge: Die meisten Anleger dürften noch engagiert sein. Die Vermutung wird anhand des DOW JONES Umsatzindikators bestätigt, der zur Zeit eine positive Divergenz aufweist (Bewertung vom 26.04.2002): Der Verkaufsdruck in den vergangenen Tagen war niedriger als die Kaufbereitschaft vor zwei Monaten. Während der Baisse seit Anfang 2000 war eine derartige Indikatorentwicklung nie kein Kaufsignal, sondern stets der Auftakt zu weiteren Kursverlusten. Der DOW JONES hat deshalb weiteres Abwärtspotential. 14.04.2002 Barron's Confidence 87,4 Aus dem überraschenden Anstieg des Indikators Anfang März ließ sich eine bevorstehende Aufwärtsbewegung des Marktes herauslesen. Statt dessen näherte sich der DOW JONES seinem Ausgangspunkt vor dem Zeitpunkt des Kapitalzuflusses (kritische Marke 10.150/10.100), während S + P 500 und Nasdaq100 ihn bereits wieder unterschritten haben. Das läßt einen interessanten Schluß zu: Von der neuen Risikobereitschaft des "smart money" profitierten überwiegend die etwas preiswerteren, kleineren Titel der old economy an der NYSE (auch die MOVING MARKETS-Depotaktie LADISH profitierte davon), während die teureren, spekulativeren Technologietitel der Nasdaq leer ausgingen und DOW JONES-Werte nur eine geringe Menge des Kapitalzuflusses erhielten. Sie sehen das auch anhand der NYSE A/D-Linie: Sie kletterte seit Anfang März überdurchschnittlich. Aber ein derartiger Anstieg der A/D-Linie war seit ca. 1998 nie die Grundlage für eine Rallye, sondern stets der Beginn einer neuen Talfahrt. Deshalb führte der Anstieg des Barron's Confidence Index wie am 16.03.2002 beschrieben zu einer neuen Spekulationsblase. Allerdings fand sie außerhalb des Rampenlichts der Börsenberichterstattung nicht bei den Blue Chips statt, sondern bei den Nebenwerten der New Yorker Börse. Damit steht fest, daß das "smart money" sehr wohl geschickt agierte. Es verzichtete zwar teilweise auf die sichere Rendite der Staatsanleihen, mied jedoch die unter Druck geratenen Technologieaktien. Für DOW JONES-Werte konnte es sich ebenfalls kaum begeistern, was anzeigt, daß "Publikumsaktien" noch nicht auf den Kauflisten stehen. Wie geht es weiter? Im Langfrist-Chart sehen Sie, daß sich der Barron's Confidence-Index immer noch im Abwärtstrend befindet. Zusammen mit der stark gestiegenen A/D-Linie dürfte daher signalisiert werden, daß ein oberer Wendepunkt erreicht wurde. Insbesondere wenn der DOW JONES unter 10.150/10.100 fällt, wird es für die Blue Chips der old economy kritisch. Für Technologieaktien läßt sich noch keine Entwarnung ableiten. 16.03.2002 Barron's Confidence 87,7 Der kräftige Anstieg des Indikators kann jetzt nicht mehr ausschließlich als "technische Reaktion" abgetan werden. Möglicherweise steckt hinter der Flucht aus Staatsanleihen sehr viel mehr, als am 10.03.2002 beschrieben. Ein Blick in die Vergangenheit liefert Hinweise auf das, was uns in den nächsten Monaten erwarten könnte: * Entgegen "normaler" Marktgesetze kann es bei steigenden Zinsen einen Kursaufschwung an der Börse geben. Daß die Kapitalbeschaffung der Unternehmen teurer wird und deshalb die Gewinne sinken müßten, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Denn aus Anleiheverkäufen wird so viel Kapital freigesetzt, daß im Gegenzug Aktien als einzige Anlagealternativen zur Verfügung stehen. * Seit 1986 gab es solche Ausnahmesituationen dreimal: 1. von April bis September 1987, 2. von August 1989 bis Mai 1990 3. von Februar 1999 bis Januar 2000. Jedesmal gab es einen liquiditätsgetriebenen Kursaufschwung und eine anschließende kräftige Talfahrt. Die Daten: 1987: Anstieg des S + P 500 um rund 9 Prozent, anschließende Talfahrt um rund 30 Prozent 1989/1990: Anstieg des S + P 500 um rund 7 Prozent, anschließende Talfahrt um rund 18 Prozent 1999/2000: Anstieg des S + P 500 um 23 Prozent, anschließende Talfahrt um rund 37 Prozent Die Auswertung gibt wichtige Trading-Informationen: 1. Die liquiditätsgetriebenen Kursaufschwünge mündeten jedesmal in eine Spekulationsblase. 2. Der S + P 500 fiel jedesmal unter das Ausgangsniveau des Anstiegs zurück, d.h. Anleger, die die Aufwärtsbewegung nicht mitgemacht haben, verpaßten nichts. 3. Ein liquiditätsgetriebener Anstieg ist zwar nach dieser Statistik zweifelsfrei eine Spekulationsblase. Aber er kann mehrere Monate anhalten, so daß kurzfristige Terminspekulationen auf fallende Kurse zu Verlusten führen können. 4. Staatsanleihen lieferten während des Kursanstiegs der Aktien nur eine magere Rendite oder sogar kurzfristige Verluste. Aber weil anschließend jedesmal die Zinsen überdurchschnittlich fielen, führten festverzinsliche Wertpapiere mittel- und langfristig zu höheren Erträgen als Aktien. Auf die aktuelle Situation übertragen bedeutet das: * Die Zinsen können in der nächsten Zeit noch weiter steigen. Insbesondere im kurzfristigen Bereich gibt es Potential für eine Gegenbewegung nach oben | Chartvergleich USA: 10 Jahresrendite (blaue Linie) vs. 13 Wochenrendite (rote Linie). Die Aktienmärkte dürften zuerst irritiert mit fallenden Kursen reagieren, wenn die kurzfristigen Zinsen kräftig zu steigen beginnen. Das könnte jedoch eine gute Kaufgelegenheit darstellen, denn aus der Vergangenheit wissen wir: * Der Kursanstieg bei Aktien kann liquiditätsgetrieben noch ein paar Wochen anhalten. Selbst wenn es in den nächsten Tagen eine Abkühlung der euphorischen Situation geben sollte, könnte das kurzfristige Abwärtspotential begrenzt bleiben. * Sollte es in der kommenden Woche einen Rückschlag geben, erscheint es aussichtsreich, die Spekulation auf steigende Aktienkurse zu prüfen. Möglicherweise liefert gerade der letzte "Euphorie-Kick" die größten Gewinne. * Wir werden weiterhin wachsam bleiben: Weil es sich bei der Aufwärtsbewegung mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Spekulationsblase handelt, kann es praktisch jederzeit zu kräftigen Kursverlusten kommen. Die 1987er und 1990er Blase platzte innerhalb weniger Tage. 10.03.2002 Barron's Confidence 85,8 Der kräftige Anstieg stellt keine Überraschung dar: Die Finanzmärkte spekulieren zur Zeit auf den fast vollendeten Turnaround der US-Wirtschaft und befürchten sogar, daß die Notenbanken keinen Zinssenkungsspielraum mehr haben. Deshalb ist die Situation mit Frühjahr 2001 vergleichbar, als die Märkte schon einmal eine Trendwende versuchten. Damals startete eine 6wöchige Rallye der Aktienmärkte, bevor es noch einmal kräftig bergab ging. Das paßt nicht ganz in unser Szenario, in dem wir schon kurzfristig bevorstehend eine Aktientalfahrt erwarten. Denn dafür hätte der Indikator niedrig bleiben sollen. Ein spannende Situation: Setzen sich die Optimisten durch, würde sich das "intelligente Geld" kurzfristig wieder ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Es hätte viel zu spät auf die Trendwende nach oben gesetzt und würde nun den steigenden Kursen hinterherlaufen. Ist der Barron's Confidence Index ein "Nachläufer"? Der Indikator sollte aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden: Die mit spitzem Bleistift rechnenden Investoren verpaßten zwar die Rallye von 1997, 1998 und die Hausse von 1999/2000. Aber sie gerieten nicht in die Bullenfallen an der Börse, weil sie sich von den Spekulationsblasen fernhielten. Investoren wie Warren Buffett wurden damals mit ihrer konservativen Strategie belächelt. Am Ende behielten sie aber recht, weil der Kursanstieg keine solide Basis hatte. Diese Gefahr besteht jetzt wieder. Investoren, die mit dem Barron's Confidence Index gemessen werden, sind seltsame Zeitgenossen: Sie kaufen, wenn andere Marktteilnehmer aussteigen und verkaufen, wenn die Mehrheit noch mit Freude engagiert bleibt. Der Indikator dürfte deshalb erst dann ein Kaufsignal liefern, wenn 1. der Aktienmarkt mit schlechten Nachrichten fällt und 2. der Barron's Confidence-Index steigt Der Barron's Confidence-Index müßte deshalb vor dem DOW JONES mit einer Aufwärtsbewegung starten, um ein Einstiegssignal liefern zu können. Das ist zur Zeit jedoch nicht erkennbar. Deshalb erscheint es riskant, den jüngsten Anstieg des Indikators als ein positives Signal zu betrachten. Es könnte wie 1997, 1998, 1999/2000 eine Spekulationsblase dahinter stecken. Die Märkte reagieren mit hoher Wahrscheinlichkeit zu voreilig optimistisch auf die neuesten Wirtschaftsdaten. Das schließt zwar keine kurzfristige Aufwärtsbewegung aus. Aber es sollte als Warnsignal dienen, daß es wie in den Vorjahren weitere Crash-Situationen geben kann. 03.03.2002 Barron's Confidence 83,2 Der Indikator notiert auf dem niedrigsten Stand seit mindestens 17 Jahren und signalisiert dadurch eine erhöhte Vorsicht der "besser Informierten". Das ist bemerkenswert, denn die Medienberichte waren in den vergangenen Wochen erfüllt von positiver Berichterstattung und steigenden Kennzahlen der US-Wirtschaft. Offenbar gibt es eine Kluft zwischen dem, was in die Öffentlichkeit transportiert wird (Bulls/Bears-Ratio auf hohem Niveau) und dem, wie tatsächlich an den Märkten gehandelt wird. Solange der Kapitalzufluß in Richtung der Anleihen bester Bonität anhält, sehen wir weiterhin erhebliche Gefahren für den an den Märkten erwarteten Turnaround. 24.02.2002 Barron's Confidence 84 Der Indikator erholte sich zwar von 83,7 auf 84 Punkte, aber ein Hinweis auf eine Trendwende ist das noch nicht. Unser Szenario, das von bevorstehend fallenden Notierungen ausgeht, bleibt deshalb gültig. 10.02.2002 Barron's Confidence 84,5 Während Ende November auf dem aktuellen Kursniveu neue Kaufbereitschaft aufkam, lassen sich die risikoscheuen Langfristanleger diesmal nicht verlocken, Anleihen gegen Aktien zu tauschen: Der Indikator fiel noch einmal etwas zurück. Offenbar gibt es immer weniger Gründe, Unternehmensanteile zu kaufen. 26.01.2002 Barron's Confidence 84,6 Der Indikator beschleunigte in der vergangenen Woche seine Talfahrt. Offenbar geht das "intelligente Geld" davon aus, daß die DOW JONES-Unterstützung von 9.700 Punkten nicht halten wird und zieht bereits vorher die Konsequenzen: Es fließt wieder mehr Kapital in den sicheren Hafen der Staatsanleihen. Seit dem Start der Baisse im Frühjahr 2000 war das stets ein Hinweis auf bevorstehend fallende Notierungen. 13.01.2002 Barron's Confidence 85,9 Die am 30.12.2001 beschriebene Bedingung für die konkrete Gefährdung des Aufwärtstrends wurde erfüllt. Der Barron's Confidence-Index markierte ein neues Zwischentief, so daß ein neuer Abwärtstrend des Indikators entstand. Damit wird angezeigt, daß der Kapitalzustrom in Richtung der Aktienmärkte versiegen könnte. Weitere Kursverluste des DOW JONES mit Unterschreiten von 9.700 Punkten sind in den nächsten Wochen möglich (zur Zeit 9.987,53). 30.12.2001 Barron's Confidence 86,4 Der Indikator fiel erstmalig seit Anfang November etwas zurück. Das ist noch kein Grund zur Besorgnis und kann als Reaktion auf die vorherigen massiven Umschichtungen bewertet werden. Unser positive Szenario bleibt deshalb bestehen. Die Gefahr eines neuen Abwärtstrends entsteht erst dann, wenn der Indikator ein neues Zwischentief erreicht und unter 86 Punkte abrutscht. Nach dem Jahreswechsel werden die Karten neu gemischt. Schon in den ersten Januarwochen wird sich zeigen, ob das "smart money" weiterhin bereit ist, höhere Risiken einzugehen. Der Barron's Confidence-Index würde seinen Anstieg fortsetzen, was auch positiv für den Aktienmarkt wäre. Aber bestimmen neue Umschichtungen in Richtung Sicherheit das Bild, was einen fallenden Barron's Confidence-Index zur Folge hätte, könnte der Aktienmarkt in die Knie gehen: Der DOW JONES könnte seine mühsam errungenen Gewinne zum Jahresende wieder abgeben und unter die wichtige Unterstützung von 9.700 Punkten abrutschen. 16.12.2001 Barron's Confidence 86,9 Die für ein positives Szenario entscheidenden Veränderungen gab es Mitte November, als der DOW JONES bei 9.500 Punkten seinen Boden gefunden hatte und über die 9.700 Punkte-Hürde kletterte. Seitdem unterstellen wir den Märkten eine verbesserte Aufwärtsdynamik, weil das "smart money" erstmalig seit April 2001 bereit ist, höhere Risiken einzugehen. Aber selbst das "intelligente Geld" ist vor Schieflagen nicht geschützt, was die Grafik ebenfalls zeigt: Als es im Frühjahr 2001 die Richtung wechseln wollte, war der Aufwärtstrend bereits beendet. Der damalige Irrtum der Marktteilnehmer sollte in der aktuellen Situation ein Warnsignal darstellen, aber nicht zwangsläufig von Investitionen abhalten. Denn: Die Risiken lassen sich per Stop Loss begrenzen, während andererseits die Chance genutzt werden kann, daß der DOW JONES erst am Beginn eines langfristigen Aufwärtstrends steht. Der erneute Irrtum der Marktteilnehmer wird dann zu einer Gefahr, wenn es dem neu hinzukommenden Kapital nicht gelingt, den DOW JONES über der Marke von 9.700 Punkten zu halten. 09.12.2001, Barron's Confidence 86,7 Gegenüber der Vorwoche kletterte der Indikator weiter. Das bewerten wir positiv, weil der Anstieg des DOW JONES weiteres Kapital aus den sicheren US-Staatsanleihen freisetzte. Die Marktteilnehmer sind offensichtlich bereit, etwas höhere Risiken einzugehen, als in den Wochen zuvor. 1998 folgte auf eine ähnliche Entwicklung ein Anstieg um 1.500 Punkte. Wenn wir zusätzlich das niedrige Niveau des Indikators als Aufholpotential definieren, könnte auch ein Anstieg von 2.000 Punkten und mehr möglich sein. Trotz wirtschaftlicher Schwäche kann danach der DOW JONES in den nächsten Monaten ein neues Allzeithoch erreichen - wenn das bisherige Zusammenspiel zwischen Indikator und DOW JONES gültig bleibt. |