Startseite

Editorial

Über MOVING MARKETS

TRENDS! Aktuell

Site Map

Impressum

Leserbriefe

Analysearchiv

Indikatoranalyse
Bestandsaufnahme der Moving Markets Indikatoren und Ausblick

Deutscher Aktienindex, US-Aktien

Grafiken und Analysen mit Stand 07./09.10.2005.

Vorherige Indikatoranalyse




09.10.2005, DOW JONES 10.292, S + P 500 1.195,9, NASDAQ100 1.555,93

Markttechnik USA

1. NYSE A/D-Linie vs DOW JONES (1 Tag verzögert) | US-Statistik

2. Russell 2000 vs. DOW JONES: Intraday 5 Tage | 3 Monate | 6 Monate |

3. DOW JONES mit Umsatz (1 Tag verzögert)

4. NASDAQ-Computerindex vs. NASDAQ Composite (Hintergrund/Auftaktbewertung am 21.02.2003)

5. Microsoft vs. Nasdaq 100 (Hintergrund/Auftaktbewertung vom 07.06.2003)

Bewertung vom 09.10.2005

Zu den Indikatoren:

Zu 1.

Die zugrundeliegende Indikatormechnik zur Trendanalyse der NYSE A/D-Linie:

* Steigt der Indikator stärker als der Index, entwickelt sich Abwärtspotential für den Dow Jones

* Fällt der Indikator stärker als der Index, entwickelt sich Aufwärtspotential für den Dow Jones

In den vergangenen zwei Jahren erschien der Indikator zur Trendprognose untauglich. Denn obwohl die NYSE A/D-Linie kletterte und Verkaufsignale lieferte, erholten sich Dow Jones & Co immer wieder. Aber als Warnsignal, das über allen Aufwärtsbewegungen schwebte, blieb der Indikator als stille Mahnung erhalten (z.B. Bewertung vom 04.02.2005).

Jeder Rückschlag könnte ein Schritt in die Richtung sein, die der Indikator seit langem signalisiert. Er könnte eine "große Top Bildung" anzeigen. Nach der These findet seit rund zwei Jahren eine Kapitalflucht mit groß angelegter Umverteilung statt: Große Blue Chips wurden verkauft und freie Mittel in Richtung der Nebenwerte umgeschichtet.

Wenn so etwas über einen langen Zeitraum hinweg geschieht, kann das eine Vorbereitung auf eine noch längere Baisse angesehen werden.

Umgekehrt funktionierte das genauso: Kräftige Aufschwünge starteten in der Vergangenheit regelmäßig mit einer schwachen A/D-Linie - mit der Indikatormechanik ebenfalls gut beim DAX zu beobachten.

Der Markt wäre danach reif für eine lang anhaltende Talfahrt. Hinter die in der Bewertung des Bulls/Bears-Ratio beschriebene Hoffnung, dass der Dow Jones die Hürde von 10.700 Punkten überwinden sollte, um den Aufwärtstrend zu erhalten, gehört deshalb ein großes Fragezeichen.

Jede weitere Aufwärtsbewegung, falls es sie überhaupt noch geben wird, dürfte spätestens im Bereich 10.700 - 11.000 Punkte scheitern.

Zu 2.

Im 5-Jahres-Chart wird sichtbar, was die NYSE A/D-Linie beschreibt: Umfangreiche Umschichtungen in Richtung der Nebenwerte ließen den Russell2000 überdurchschnittlich steigen, was als Damoklesschwert über dem Markt schwebt.

Zu 3.

Aufgrund positiver Divergenz geht auch ein Warnsignal vom Dow Jones Umsatzindikator aus.

Interpretation: Weil die Mehrheit der Marktteilnehmer immer noch engagiert ist, erhöht sich mit jedem Tag der Seitwärts-/Abwärtsbewegung der Druck, dass sie verkaufen wollen.

Solange sie nicht verkauft haben, erkennbar anhand der positiven Divergenz, bleibt es aussichtsreich, auf fallende Kurse zu setzen und den Warnsignalen der beiden oben genannten Indikatoren zu folgen.

Zu 4.

Computerwerte zeigten sich etwas schwächer gegenüber dem Gesamtmarkt, so dass ein positiver Effekt auf den Gesamtmarkt ausstrahlt.

Zu 5.

Das Softwareunternehmen zeigte sich seit September schwächer als der Gesamtmarkt, was sich in der vergangenen Woche etwas beschleunigte. Dadurch geht von dem Indikator ein positiver Effekt für den Gesamtmarkt aus.

** **

Nach den Verlusten in der vergangenen Woche erscheint es gut möglich, dass eine Gegenbewegung nach oben kurzfristig bevorsteht. Die Kontraindikatoren Computerbranche und Microsoft würden eine technische Aufwärtsreaktion erlauben.

** **

07.10.2005 Deutscher Aktienindex 5.007,77

Bewertung vom 09.10.2005

Während an den US Märkten eine Kurserholung zum Greifen nahe zu sein scheint, gibt es für die DAX Entwicklung noch keine Entwarnung.

Die beiden nachfolgenden Indikatoren zeigen abwärts:

Sowohl die A/D-Linie, als auch der Indikator Aktienvolumen weisen eine positive Divergenz auf. Dadurch wird angezeigt, dass sich der DAX in einem Ungleichgewicht befindet.

1. Die überdurchschnittliche Investitionsquote der Marktteilnehmer wurde noch nicht abgebaut.

2. Es fehlen Angstverkäufe, die den DAX mit hoher Marktbreite unter Druck setzen. Wenn die Marktteilnehmer ohne Rücksicht auf einzelne Branchentrends ihre Aktien verkaufen, insbesondere die kleineren Titel mit niedriger Marktkapitalisierung, wären die Voraussetzungen für eine Bodenbildung geschaffen (hohe Marktbreite mit fallenden Notierungen). Dann würde die A/D-Linie stärker als der DAX fallen und ein Kaufsignal generieren. Aber das ist zur Zeit nicht erkennbar.

3. Panikverkäufe eröffnen die Chance für eine Stabilisierung, weil dann viele kurzfristig orientierte Spekulanten ausgestiegen sind. Fehlen die "zittrigen Hände", dürfte der Verkaufsdruck nachlassen. In dem Fall würde der Indikator Aktienvolumen stärker fallen als der DAX. Solange das nicht geschieht, bleibt es aussichtsreich, auf fallende Notierungen zu setzen.

Ein weiterer Faktor dürfte die Notierungen in den nächsten Monaten beeinflussen: Die DAX Anleger gingen davon aus, dass sich Deutschland zu einem Wachstumsmotor entwickeln wird. Sie kauften den DAX hoch und koppelten dadurch den Index von der Entwicklung der Welt-Leitbörse ab: Während der amerikanische S & P 500-Index stagnierte, startete im Vergleich dazu der DAX wie eine Rakete ins All.

Sie sehen das anhand des SP500/DAX-Ratios:

Für das Szenario von bevorstehend fallenden Notierungen bedeutet das: Solange das SP500/DAX-Ratio so weit oben notiert, dürfte das Abwärtspotential für den DAX beträchtlich sein. So erscheint es auch gut möglich, dass der DAX schwach bleibt, während die US Indizes zu steigen beginnen. Es wird dann lediglich die überschwängliche Stimmung der Vormonate beseitigt.

All die Vorschußlorbeeren für eine neue EU Verfassung und neue Regierung in Deutschland würden sich dann in Luft auflösen. Schließlich ist es ungewiss, ob die angekündigten Reformen wirklich umgesetzt werden - und wenn sie umgesetzt werden, ob sie dann auch positiv wirken.

Ebenfalls möglich: Die Kurse gehen in den Keller, bzw. werden nach unten geschickt, um den Reformdruck auf die Regierung zu erhöhen.

Insgesamt bleibt es ratsam, unter den gegebenen Umständen fallende Notierungen einzukalkulieren. Für das Moving Markets Depot bedeutet das: Die Short Zertifikate werden gehalten.


GERT SCHMIDT FINANZINFORMATIONEN