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The Markets: Aktueller Bericht vom 28.10.1998, 10.50 Uhr



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Bericht des Spiegels über erhebliche Gefährdung von kurzfristigen Krediten der Dresdner Bank vom 24./25.10.1998

Der Widerspruch der Bank dürfte aber eher als "Beruhigungspille" zu verstehen sein.

Sie werden sich erinnern: Die Rußlandkrise begann mit der Spekulation um den Rubel. Jelzin sagte damals im ersten Statement, um die Märkte zu beruhigen, daß der Rubel auf keinen Fall abgewertet würde.

Damals schrieben wir: "Der Rubel wird DOCH abgewertet." Das war keine wahllose Behauptung. Die astrologische Analyse führte uns zu dem Ergebnis, daß Jelzin irrte.

In diesen Tagen erleben wir Parallelen dazu. Wir sehen die Welt noch durch eine rosa Brille. Jugoslawien/Kosovo, Regierungsbildung Rot/Grün sind Beispiele dafür, daß sich die Dinge in eine positive Richtung wenden könnten - so scheint es jedenfalls auf den ersten Blick.

Die Wahl des neues Regierungs-Chefs mit überwältigender Kanzlermehrheit und die vorausgegangenen Parteitage mit breiter Zustimmung der Deligierten auf beiden Seiten sind Beispiele für die Zeitqualität, in der wir uns befinden.

Die neue Regierung hat Ähnlichkeit mit einem "Liebespaar", daß endlich zueinander finden konnte. Liebe weckt Hoffnungen, macht aber gleichzeitig blind für Realitäten.

Das läßt sich aus der aktuellen Planetenkonstellation lesen. Venus/Sonne/Neptun/Saturn: Alles, was zur Zeit geschieht, bekommt eine verklärte, unwirkliche Dimension. Noch wichtiger: Was in diesen Tagen entsteht, wird sich anders entwickeln, wenn "harte Fakten" auf den Tisch kommen. Wer durch die rosa Brille schaut, kann bitter enttäuscht werden, wenn sie abgesetzt wird. Die Realität anders. Sie ist bunter und enthält vor allem viele Grautöne, die zuvor übersehen wurden.

In einem solchen Umfeld wird die Mitteilung der Dresdner Bank "Kredite nicht gefährdet" zur Illusion. Wie auch damals Jelzin irrte, dürfte sich die Äußerung des Bankhauses ebenfalls in Luft auflösen.

Tatsächlich rechnet die Bank selbst mit Kreditgefahren, indem nachgeschoben wird, daß die Volkswirtschaften Lateinamerikas sorgfältig beobachtet werden sollen (HB v. 26.10.).

So könnte sich das auf den Aktienkurs auswirken:

Seit Juli 1998 halbierten sich die Notierungen bereits. Die Aktie erreichte mit 50 DM am 02.10.1998 ihr Zwischentief. Seitdem kletterten die Kurse im Gleichschritt mit dem DAX.

Aber seit ein paar Tagen ist das anders: Während der DAX weiter zulegen konnte, blieben die Notierungen der Dresdner Bank vergleichsweise gedrückt. Die Relative Stärke läßt nach. Das ist ein deutliches Schwächezeichen und als Warnsignal zu sehen. So scheiterte die Aktie an der Widerstandslinie von 66 DM.

Zu einem Verkaufsignal kommt es aus charttechnischer Sicht, wenn die Notierungen unter 59 DM fallen. Dann wäre der seit dem 02.10. bestehende Aufwärtstrend geknackt. Zuletzt testete der Kurs diese Marke am 26.10. nach Besprechung der Brasilien-Risiken in der Öffentlichkeit.

Zu erstem Verkaufsdruck dürfte es kommen, wenn die Aktie aus der Unterstützung von heute (= 63 DM) herausfällt. Kurs zur Zeit 63,16 DM.

Kurzfristiges Abwärtspotential besteht bis 50 DM. Weil wir aber davon ausgehen, daß ein wichtiger Geschäftsbereich, das Auslandsgeschäft mit Emerging Marktes betroffen wird (weitere Risiken auch in Asien/Rußland), erwarten wir einen Rückschlag bis mindestens 38/45 DM. Zeithorizont: Noch in diesem Jahr.

Dresdner Bank: Aktueller Kurs, Charts, Nachrichten.




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