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Börsengeschichte(n)





Wir sollten aus der Geschichte lernen und Risiken rechtzeitig erkennen. Jahresrenditen über 8 Prozent sind bereits ein Erfolg.

Wer mehr vorweisen kann, und davon ausgeht, die Märkte für die nächsten Jahre im Griff zu haben, ist leichtsinnig. Er befindet sich bereits mit einem Bein über dem Abgrund.

Gert Schmidt

Herausgeber von MOVING MARKETS

Minden, 16.12.1998

Rückblick in die vergangenen Jahrhunderte

Die ersten deutschen Börsen entstanden in Augsburg und Nürnberg zu Anfang des 16. Jahrhunderts. Hamburg erhielt 1558 nach niederländischem Vorbild seine Börse. Hier wurden außer Waren und Wechseln auch schon Aktien gehandelt. Damals waren Anteile an Schiffen die heißbegehrten Spekulationsobjekte.

Immer wieder gab es Zusammenbrüche der im Mittelpunkt stehenden Märkte. Und nur selten kamen die "Kleinanleger" mit heiler Haut davon.







Tulpen vom "Holländer" etwas Besonderes





Auch damals galt es, für immer größere Projekte immer mehr Kapital aufzubringen und zugleich das Risiko zu verteilen. Die Börse sorgte dafür, daß die Kapitalgeber stets ihre Beteiligungen veräußern konnten, um sich neuen Projekten zuzuwenden. Das Spiel Hausse - Baisse - Zusammenbruch ist altbekannt.

Auch "Tulpen" wachsen nicht in den Himmel: So kam es in Holland zum Tulpenskandal, als Züchtung und Verkauf der neuen Modeblume auf Aktien betrieben wurde, und deren hochspekulierte Kurse zusammenbrachen.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erlebten französische Investoren schmerzliche Verluste mit den überbewerteten Aktien der Mississippi-Gesellschaft, eines Kolonial-Unternehmens des Engländers John Law. In England platzten zur gleichen Zeit die "Südsee-Spekulationen", die sich ebenfalls mit den Anteilen einer Kolonial-Gesellschaft befaßt hatten.







Auch Deutschland ist kein unbeschriebenes Blatt





Deutschland lernte die großen Börsendebakel erst im 19. Jahrhundert kennen. Mit der industriellen Revolution entdeckte man die Vorzüge der Finanzierungsmöglichkeiten mit der Börse. Auch damals gehörten Konjunkturverlauf und Spekulation zusammen.

Die große Eisenbahnkonjunktur hielt von 1840 bis 1870 an. In dieser Zeit waren die Namen "KRUPP" und "BORSIG" eng verknüpft mit den Symbolen der Industrialisierung Deutschlands. Der damalige Aufschwung nährte sich aus immer neuen Aktien-Emissionen. Der Berliner Kurszettel verzeichnete Anfang 1870 über 180 (!) Eisenbahnpapiere.







Terminhandel auf Unternehmen, die noch nicht gegründet waren





Eine besondere Spielart der Spekulation war der "Promessenhandel". Es wurden Bezugscheine auf Aktien von Eisenbahngesellschaften verkauft, die noch gar nicht gegründet waren - und leider oft nie gegründet wurden. Einer der erfolgreichsten deutschen Bahnbauer, Bethel Henry Strousberg, verlor sein Vermögen durch ein geplatztes Schienenunternehmen in Rumänien.







Vorspiel zum Crash am 09. Mai 1873





Der Eisenbahnkonjunktur folgte die Gründerzeit: Von 1870 bis 1874 wurden in Preußen 857 Aktiengesellschaften gegründet, die teilweise auch heute noch auf dem Kurszettel zu finden sind: u.a. Hoesch, Conti-Gummi, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank.

Das Wirtschaftsleben als "Spielhölle" - und die Börse war Kapitallieferant und Croupier gleichzeitig. Nahezu alles wurde als AG gegründet: Es gab einen Turnverein auf Aktien in Frankfurt, eine AG für katholische Interessen in Saarbrücken und sogar eine Dreschmaschine auf Aktien mit 600 Talern Kapital.

Die Gründerkonsortien brachten die Aktien neuer Aktien mit überhöhten Aufschlägen an die Börse.

Jedermann kaufte. Das veranlaßte den Krupp-Prokuristen Ernst Neu zu dichten:

"Es jobbert der Jude, es jobbert der Christ,

es jobbern die Krämer und Schreiber,

es jobbert der Gastwirt, der Prokurist,

der Rechtsanwalt und sein Kopist.

Es jobbern die Kinder und Weiber."

Am 09. Mai 1873 war es vorbei: An einem Schwarzen Freitag gab es einen heftigen Kurseinbruch an der Wiener Börse, wo noch heftiger spekuliert worden war. Deutschland folgte ins Tal.

Vom Durchschnittswert "125" Ende 1872 fielen die Kurse bis auf "66" am Ende des Jahres 1875. Von den 875 neu gegründeten Aktiengesellschaften waren 77 im Jahre 1874 bereits wieder in Liquidation oder Konkurs.







Der 09. Mai 1873 - astrologisch betrachtet





Saturn/Uranus/Mars und Sonne/Pluto/Jupiter standen an diesem Tag in einer besonderen Konstellation zusammen. Das spricht für eine äußerst explosive Mischung aus "Zerstörung, Macht, Freiheit, Begrenzung, Energie, Ordnung, Gerechtigkeit, Ausgleich".

Die Worte beschreiben, was damals in den Köpfen der Menschen geschehen sein muß - ein heilloses Durcheinander. Für viele Menschen war der Zusammenbruch der Börsen eine Katastrophe.

Insbesondere die Uranus/Saturn-Konstellation bestand für eine lange Zeit, was auf markante Umwälzungsprozesse schließen läßt. Weitere Stichworte aus der astrologischen Interpretation:

Neuordnung, dynamisches Abbremsen, "Sicherung von dem was wir haben", gefährliche Skrupellosigkeit, Mittelmäßigkeit verliert, Extrempositionen setzen sich durch, Trennungen, "auf den Punkt bringen".

Spannungsgeladene Saturn/Uranus-Konstellationen sind selten. Eine davon haben wir an dieser Stelle beleuchtet.

Sie sollten wissen: Auch 1999 beginnt eine der seltenen spannungsgeladenen Uranus/Saturn-Konstellationen. Wir gehen davon aus, daß 1998 lediglich das Vorspiel war für die Ereignisse, die uns 1999 bevorstehen können.

Darüber wird MOVING MARKETS berichten: TRENDS!





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